Mit 84 Farb- und Duotontafeln. Katalog zur Ausstellung im Centro de Arte Reina Sofia in Madrid. Mit Texten von Julio Llamazares und Rosa Olivares.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.03.2004
Sehr angetan zeigt sich Rezensent Gottfried Knapp von diesem großformatigen Bilder-Sammelband, der zur Retrospektive der Fotoarbeiten von Axel Hütte im Centro de Arte Reina Sofia in Madrid erschienen ist. Neben Nachtansichten von Großstädten, Bildern von den Abseiten britischer Städte und "auffällig emotionslosen" Porträts von Freunden oder von Künstlerkollegen sind es vor allem Hüttes Fotografien zum Thema Spiegelung, die Knapp beeindruckt haben. Hütte habe das "beliebte Umkehrspiel" in einer Serie von extrem breitformatigen Fotografien purifiziert und systematisiert, in denen er sich ganz auf die Spiegelungen konzentriere, die, auf den Kopf, also eigentlich auf die Füße gestellt, in möglichster Reinheit das Bild füllen. Insgesamt demonstriert der Band für Knapp, dass Hütte die "Technik der abstrahierenden Distanzierung" "souverän" beherrscht.
Brigitte Werneburg macht in ihrer kurzen Kritik des Fotobandes von Axel Hütte, der anlässlich einer Retrospektive seiner Werke im Centro Arte Reina Sofia herausgekommen ist, kurzen Prozess. Es erbost sie enorm, dass im Gegensatz zu den Porträts männlicher Modelle, seien es Straßenkinder oder Künstler, sämtliche Frauenfotographien "ganz und gar namenlos" bleiben und so die "Präsenz des Organischen" zugewiesen bekommen. Damit, so die Rezensentin sehr verärgert, kann man sich "jeden weiteren Blick" in den Band sparen. Diese "Terra Incognita" bleibt auch dem Betrachter "unbekannt", weil der Fotograf sie "in seinem Unverstand" selbst "auslöscht", wettert Werneburg weiter. Die Fotos sind insgesamt "intellektuell unterbelichtet" beschließt die Rezensentin kategorisch ihre Kritik.
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