Herausgegeben von Monika Albrecht und Dirk Göttsche. Ingeborg Bachmanns literarisches Werk steht seit seiner Wiederentdeckung in den 1980er Jahren für die intensive Auseinandersetzung mit der "Krankheit unserer Zeit": der sozialen Gewalt der modernen westlichen Gesellschaft, dem verborgenen Zusammenhang zwischen patriarchalischer Gesellschaftsstruktur, katastrophischer Geschichte und Unterdrückung beziehungsweise Ausgrenzung des anderen (bis hin zum Neokolonialismus). Die fortdauernde Brisanz dieser Problemstellungen wie die Prägnanz ihrer literarischen Darstellung sichern Bachmanns Werk zweifellos seine herausragende Bedeutung. Vor dem Hintergrund eines anhaltend lebhaften Lektüre- und Forschungsinteresses wendet sich das "Bachmann-Handbuch" sowohl an die Literaturwissenschaft als auch an die interessierte Leserschaft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.03.2003
Alexander Koseninas Beurteilung dieses Handbuchs über Ingeborg Bachmanns Leben und Werk ist zwiespältig. Der erste Teil, in dem die methodischen Grundlagen ausgebreitet werden, missfällt ihm, weil er findet, dass sich das Buch dort mehr um die Forschung als um das Werk Bachmanns dreht. Zudem stört ihn auch der "germanistische Jargon", der seiner Ansicht nach allzu "routiniert" in Anwendung gebracht wird. Mit dem zweiten Teil, in dem einzelne Werke der Autorin beleuchtet werden, ist er weitaus glücklicher. Er lobt die "dichten und reichen Informationen", mit denen die Leser versorgt werden, und es freut ihn besonders, dass auch weniger bekannte Werkgruppen Bachmanns, wie Hörspiele oder Libretti, unter die Lupe genommen werden. Doch auch hier hat der Rezensent Interpretationen gefunden, die bereits in der Inhaltsangabe eher "subjektive Deutungen" als die "Möglichkeit zur Auslegung" bieten, wie er kritisiert. Der dritte Teil hat ihn dann wieder weniger überzeugt; insbesondere die "forcierten Versuche", die Autorin mit Lacanscher Theorie zusammenzubringen, ohne nachweisen zu können, dass Bachmann Lacan je rezipiert hat, stören Kosenina erheblich.
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