Als einfacher Bauer und Drechsler im Tiroler Oberperfuss geboren, wurde Peter Anich zum bedeutenden Kartografen. Ihm gelang eine der größten Pionierleistungen des 18. Jahrhunderts: der "Atlas Tyrolensis", die erste einheitlich konzipierte Karte eines europäischen Landes. Zeitlebens wurde er aber aufgerieben zwischen Pflichten und Sehnsüchten, Verantwortungen und Träumen, körperlicher Überforderung und den Befehlen der Obrigkeiten. Ein erstaunlicher Mensch, den seine überragenden Fertigkeiten aus seiner sozialen Klasse werfen - und der dabei mehr und mehr auf den persönlichen Ruin zusteuert: In ihrem neuen Gedichtband zeichnet Barbara Hundegger gleichermaßen poetisch wie gesellschaftspolitisch die inneren Konflikte einer zerrissenen Existenz nach. Sie erschafft einen Gedichte-Atlas über das Aufeinanderprallen verschiedener Welten und Wortlandschaften: eine poetische Topografie von Peter Anichs Leben und Werk
Herbert Wiesner liest Barbara Hundeggers lang-lyrische Hommage an den Tiroler Kartografen Peter Anich mit großer Faszination für die Wortfelder aus Almen-, Seen- und Bergnamen, Schlössern, Geodäten-Sprech und Holzwirtschaftsterminologie. Die Atmosphäre des Kartografen entsteht vor Wiesners innerem Auge. Die "Fremdheit der Klänge" im Ohr, den "Reichtum des Wortschatzes", berauscht von der "Sanftheit der Annäherung" an ein Handwerk und Arbeitsleben durch Montage legt Wiesner das Buch beglückt aus der Hand.
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