Ben Witter

Moment mal!

121 Versuche, den Augenblick zu retten
Cover: Moment mal!
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2007
ISBN 9783455400281
Gebunden, 350 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Geht einfach so durch die Stadt. Hört zu. Schaut. Braucht keine Notizen. Kriegt aber alles mit. Hamburger Jung. Hafen vorm Haus. Schreibt einfach darüber, auch noch Bücher. - Das ist Ben Witter. Vom Nachtportier im Stundenhotel an der Elbe erfährt er mehr vom Leben als von Kollegen im Zweireiher. Und dann die "Damen", die froh sind, daß ihnen mal einer zuhört. Die Striptease-Tänzerinnen, wenn sie mal nicht lächeln müssen, sondern weinen möchten. Die Voyeure aus der Oberwelt, die hier herumhängen. Polizisten, Wachmänner, Alte, Einsame, Leichenbestatter, Grabräuber, die etwas verscherbeln wollen, Knastis, seelisch Verwirrte, Zuhälter, Nutten, Diebe, Totschläger, Schieber, Ausgekochte, Angeknackste, Portiers, Putzfrauen, Bordellwirte, Parkwächter, Kalfaktoren, Hafenarbeiter, Bugsier-Schipper, Luden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.11.2007

Lothar Müller freut sich über diesen Auswahlband mit Prosatexten von Ben Witter, da das Werk des 1993 gestorbenen Journalisten und Autors heute nur noch schwer greifbar ist. Als Erfindung einer neuen Form gelten dem Rezensenten die Gespräche, die Witter mit Prominenten auf gemeinsamen Spaziergängen geführt hat und die von 1967 an in der "Zeit" erschienen. Einerseits informell, andererseits stilistisch höchst ausgefeilt, präsentieren sich die Unterhaltungen mit berühmten Zeitgenossen als kleine Erzählungen, lobt der Rezensent. Daneben enthalte der Band Texte von der Nachkriegszeit bis in die 90er Jahre, in denen vor allem Witters Heimatstadt Hamburg sehr präsent ist und in denen sich sein besonderes Interesse an "zwielichtigen Lebensläufen" in Porträts von Kleingangstern und Kiezgrößen offenbart, so Müller angetan. Am meisten schätzt er die Art des Autors, das Nebensächliche und Alltägliche festzuhalten, denn gerade hier gelingt Witter ein treffendes Bild der alten Bundesrepublik, wie Müller lobt.
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