Benny Morris

1948

Der erste arabisch-israelische Krieg
Cover: 1948
Hentrich und Hentrich Verlag, Berlin 2023
ISBN 9783955656096
Gebunden, 646 Seiten, 32,00 EUR

Klappentext

In seiner Monografie "1948. Der erste arabisch-israelische Krieg" beleuchtet Benny Morris die Hintergründe und Ereignisse, die zum Ende des Britischen Mandats in Palästina, zur Zersplitterung der arabisch-palästinensischen Gesellschaft und schließlich zur Geburt des Staates Israel führten. Im Fokus der Betrachtung steht dabei die unmittelbare Reaktion auf die Staatsgründung: der panarabische Angriffskrieg.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 29.01.2024

Großartig, dass mit dem Buch des Historikers Benny Morris nun ein Standardwerk - im Original 2008 veröffentlicht - zum arabisch-israelischen Krieg des Jahres 1948 auch auf Deutsch vorliegt, so Rezensent Marc Reichwein. Morris blickt gelegentlich, stellt Reichwein klar, auch kritisch auf die israelische Politik, er ist aber kein Antizionist, und konzentriert sich in seinem Buch auf die Chronologie des Konflikts, inklusive Vorgeschichte. Reichwein liest bei Morris über den Bürgerkrieg im britischen Mandatsgebiet 1947, über die Invasion arabischer Staaten direkt nach Gründung Israels und über den Weg zum Waffenstillstand. Für Reichwein ist das Buch ein willkommenes Korrektiv zu den parteiischeren Darstellungen etwa Ilan Pappés, und er freut sich außerdem, dass es ergänzt wird von einem Gespräch mit Morris aus aktueller Perspektive, sowie von klugen Vor- und Nachworten von Jörg Rensmann und Stephan Grigat.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 27.01.2024

Rezensentin Catherine Newmark empfiehlt wärmstens Benny Morris' geschichtliche Abhandlung des Krieges 1948, der gewissermaßen den Kern des Israel-Palästina-Konflikts bildet. Denn wie der israelische Historiker hier mit bestechender "Sachlichkeit" dem genauen Hergang der jeweiligen Kämpfe, aber auch den unterschiedlichen Macht- und Interessenkonflikten der europäischen und der arabischen Staaten schon im Vorfeld, im 19. Jahrhundert, genauestens nachgeht und alles ausführlich darlegt, findet die Kritikerin höchst informativ, auch noch für Kenner. Als einer der sogenannten "Neuen israelischen Historiker" arbeite Morris dabei an einer Revidierung des zionistischen Narrativs, ohne dabei das arabische "schlicht zu untermauern", erklärt Newmark; vielmehr mache er deutlich, wie sich die beiden gegenläufigen Erzählungen erst entwickeln konnten. Spannend und neu findet sie dabei etwa die Ausführungen über die Rolle der britischen Mandatsmacht und ihre wechselnden Interessen, oder auch über die verschiedenen Ziele der selbst noch jungen arabischen Staaten. Ein gerade in Anbetracht des mangelnden historischen Wissens in diesem Themenfeld unbedingt lesenswertes Werk, "monumental wie minutiös", so Newmark begeistert.