Aus dem Spanischen von Peter Schwaar. "Wir alle haben im Dachgeschoss der Seele ein Geheimnis unter Verschluss. Das hier ist das meine." So beginnt Oscar Drai seine Erzählung. Der junge Held des Romans sehnt sich danach, am Leben Barcelonas teilzuhaben, und streift am liebsten durch die verwunschenen Villenviertel der Stadt. Eines Tages trifft er auf ein faszinierendes Mädchen. Sie heißt Marina, und sie wird sein Leben für immer verändern.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.05.2011
Mächtig schauerromantisch geht es in Carlos Ruiz Zafans bereits 1999 veröffentlichten und jetzt in deutscher Übersetzung vorliegendem Roman "Marina" zu, stellt Christoph Haas fest. Durch die Geschichte um die Jugendlichen Oscar und Marina, die auf einem Friedhof in abenteuerliche Begebenheiten gezogen werden, mangelt es nicht an dämonischen Gestalten, schaurigen Ruinen und anachronistischen Erscheinungen mitten im Barcelona von 1979, verrät der Rezensent. Ihm fällt auf, wie sehr sich der spanische Autor hier um eine bildmächtige Sprache bemüht, und er gibt zu, dass das mitunter auch in ziemlich gesuchte Vergleiche führt. Und trotzdem ist er selbst überrascht, wie gut er sich dabei amüsiert hat und kann jedem diesen "regressiven Spaß" nur empfehlen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.04.2011
Bei "Marina" handelt es sich um einen der ersten Romane Carlos Ruiz Zafons, wie Martin Halter informiert. Und er lässt durchblicken, dass man bisher mit einigem Recht darauf verzichtet hat, dieses "wenig erinnerungswürdige Frühwerk" Zafons deutscher Fangemeinde vorzusetzen. Der adoleszente Oscar und die leidende Schönheit Marina stehen im Zentrum der im Barcelona des Jahres 1980 angesiedelten Geschichte, teilt der Rezensent mit. Seine volle Aufmerksamkeit findet die zarte Liebesbeziehung hingegen nicht - stattdessen amüsiert sich Halter über die Gruselgestalten, mit denen Zafon die nächtliche Stadt bevölkert. Vom Sandmann über Frankenstein bis hin zum Phantom der Oper lasse Zafon in schönster eklektischer Manier alles antreten, was das 19. Jahrhundert an grausigen Berühmtheiten hervorgebracht hat. Zuviel des Guten ist das für den Rezensenten, auch sprachlich, und er ist froh, dass Zafon mittlerweile über diesen "kitschigen Schauerroman für die reifere Jugend" hinaus ist.
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