Juan Marse

Gute Nachrichten auf Papierfliegern

Cover: Gute Nachrichten auf Papierfliegern
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783803113153
Gebunden, 96 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Dagmar Ploetz. Der schüchterne, aber liebenswerte Bruno lebt allein mit seiner Mutter in Barcelona und arbeitet als Laufbursche in einer Konditorei. Doch jetzt, im August, beginnen die Ferien, und Bruno vertreibt sich die Urlaubszeit mit einem Nebenjob der etwas anderen Art. Er hilft der alten Frau Pauli, die mit ihrem blauen Papagei im oberen Stockwerk wohnt, Zeitungen zu sammeln. Aus diesen faltet Frau Pauli, die während des Krieges aus ihrer Heimat Polen geflohen und als Variététänzerin nach Barcelona verschlagen worden war, Papierflieger und lässt sie Tag für Tag vom Balkon aus über das Viertel gleiten.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 05.11.2016

Barbara Möller kann nicht fassen, dass Juan Marsé bei uns immer noch nahezu unbekannt ist. Zum Einstieg in Marsés Werk empfiehlt sie diesen "eleganten" Roman. Wie Marsé aus seinem kleinbürgerlichen Heimatviertel in Barcelona berichtet, von einer alten Frau, die mit Nachrichten versehene Papierflieger vom Balkon wirft, und einem Jungen, der mit ihr auf nicht ganz einsichtige Weise in Kontakt tritt, sorgt laut Möller für eine wunderbar schwebende, fast surreale Leseerfahrung. Eine Erzählung über das Erwachsenwerden und die Last des Vergangenen, meint sie.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.03.2016

In seinem Roman "Gute Nachrichten auf Papierfliegern" bereist Juan Marsé wohl seine Erinnerungen an das Barcelona seiner Jugend, vermutet Ralph Hammerthaler. Held der Geschichte ist aber nicht des Autors Alter Ego Bruno, sondern eine Greisin, Hanna Pawlikowska, die der Krieg aus Polen hierher hat fliehen lassen, verrät der Rezensent. Frau Pauli, wie sie alle nennen, ist ein wenig kauzig und fantasiert, erklärt Hammerthaler, aber Bruno lässt sich auf ihre Fantasien ein und erlernt darüber die Gabe der Beobachtung. Das Verhältnis des Jungen und der Alten beschreibt Marsé so wunderbar leicht, dass der Rezensent es beinahe unnötig findet, dass er seine Geschichte am Ende mit den traumatischen Erlebnissen Frau Pawlikowskas im Holocaust beschwert.
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