Aus dem Amerikanischen von Heinrich Anders. Brian Milner ist ein hervorragender Zeichner und talentierter Filmemacher: Die surreale und verfremdete Realität seiner Tagträume, in denen er sich häufig verliert, fängt er in Bildern ein, die eine besondere Sogkraft entwickeln... Seine häufige geistige Abwesenheit bringt ihm in seinem Freundeskreis den Ruf als Sonderling ein. Als die anziehende Laurie in sein Leben tritt, der sein Freund Jimmy eine Hauptrolle in ihrem nächsten gemeinsam produzierten Filmprojekt zugedacht hat, weiß er nicht, wie er ihr begegnen soll...In "Daidalos" werden Träume zu Inspirationsquellen für die Fiktion - und Kamera oder Bleistift zum Werkzeug, die Brücke zwischen Imagination und Realität zu schlagen. Seiner eigenen Biografie so nah wie nie zuvor greift Charles Burns ("Black Hole") hier Mittel der Psychoanalyse auf, um ein verschlüsseltes Abbild seiner eigenen Jugend zu zeichnen.
Das Unheimliche und Verrückte, weiß Rezensent Christoph Haas, braucht keine ausgefallenen Illustrationen, keinen virtuosen Pinselstrich, und auch keinen Splatter, keine Monster, und keine Zauberei. Das beweist Charles Burns einmal mehr in seiner Graphic Novel über drei Jugendliche, die sich im Labyrinth ihrer Gefühle, ihrer Wünsche und Ängste zurecht zu finden versuchen. Burns genügt das alltägliche, adoleszente Befremden sich selbst und der Welt gegenüber, um eine Atmosphäre zu schaffen, die den Rezensenten an David-Lynch-Filme wie "Lost Highway" denken lässt. Und auch in seinen Zeichnungen setzt Burns auf Einfachheit und Klarheit - simple Seitenaufteilung, strenge Konturen, ein fast "altmeisterlicher" Stil, der in Gegensatz steht zur Abgedrehtheit und zur Abgründigkeit der Geschichte. Doch gerade dieser Kontrast ist es, der das Unheimliche umso beklemmender erscheinen lässt, so der beeindruckte Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.03.2020
Auch im ersten Band seiner neuen Comic-Reihe "Daidalos" beschäftigt sich Charles Burns wieder mit "toxischer Jungenhaftigkeit", weiß Rezensent Fritz Göttler. Sein jugendlicher Held Brian zeichnet sich durch "notorische Abseitigkeit" und einen Hang zu surrealistischen, mit Horror-Elementen gespickten Zeichnungen aus, erklärt der Kritiker. Wie es ausgeht, als sein Date Laurie sich auf seinen Bildern entdeckt, verrät Göttler nicht, aber er erwartet von Burns nicht weniger, als dass er den unheimlichsten Momenten der Pubertät mit seiner neuen Serie auf den Grund gehen wird.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…