Die Theorie der ethischen Gefühle (1759) erfährt seit einigen Jahren zunehmende Beachtung, die den bisher vornehmlich als Nationalökonomen bekannten Adam Smith als eigenständigen Moralphilosophen würdigt. Die vielfältigen Perspektiven (Moralpsychologie, Liberalismus, Wirtschaftsethik), aus denen seine Theorie heute besonderes Interesse verdient, dokumentiert der vorliegende Band mit Beiträgen namhafter Moralphilosophen und Adam Smith-Forscher.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.05.2006
Hocherfreut zeigt sich Michael Pawlik über diesen von Christel Fricke und Hans-Peter Schütt herausgegebenen Sammelband, der Adam Smith? Moralphilosophie niveauvoll und zuverlässig vorstellt. Smith ist als Moralphilosoph hierzulande, wo er vor allem als Nationalökonom geschätzt wird, weithin unbekannt, was sich nach Pawliks Einschätzung mit vorliegendem Band ändern dürfte. Im Zentrum von Smith? Moralphilosophie sieht er das Streben des Einzelnen nicht nach Mehrung des eigenen Nutzens, sondern nach der Achtung seiner Mitmenschen. Eingehend setzt sich Pawlik mit diesem Ansatz auseinander und geht dabei auf verschiedene Beiträge ein. Neben Charles Griswolds Analyse von Smith' Gerechtigkeitskonzeption hebt er dabei insbesondere Carola von Villiez? Beitrag über den kontextualistischen Ansatz in dessen Moraltheorie hervor. Alles in allem attestiert Pawlik dem Moralphilosophen Smith eher die "undankbare Rolle des Vorgängers und Wegbereiters". Die Beschäftigung mit ihm lohnt sich seines Erachtens dennoch allemal - zumal die Lektüre seiner Texte ein echtes Vergnügen darstelle.
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