Heute ist uns die parlamentarische Demokratie als Staatsform so selbstverständlich geworden, dass wir leicht vergessen, wie stark die Vertretung unserer Interessen, aber auch unsere Handlungsmöglichkeiten und unsere Sicherheit von diesem System der politischen Entscheidung abhängen. Kaum jemand stellt heute die Demokratie selbst in Frage, aber der immer lauter werdende Ruf nach direkter Mitsprache durch Volksabstimmungen signalisiert wachsendes Misstrauen gegenüber den Parlamenten. Christian Meier erzählt in diesem Buch von der Entstehung der parlamentarischen Demokratie und erklärt ihre Arbeitsweise. Dies ist keine Festschrift, dies ist ein Buch für alle Bürger, die kritisch beobachten, wie ihre politischen Interessen vertreten werden, die sich aber auch fragen, wie das Parlament auf die schwindende Bedeutung der Politik reagieren soll.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.06.2000
Leonhard Neidhart ist des Lobes voll für das seiner Ansicht nach allgemein verständliche, gut recherchierte und auf Fachterminologie verzichtende Buch des Althistorikers und Essayisten Christian Meier. Meier fragt, ob das parlamentarische System noch geeignet sei, in Zeiten der schwindenden Bedeutung der Politik auf gesellschaftliche Probleme zu reagieren, und er antwortet laut Neidhart mit einem "kompromisslosen Ja". Meiers Buch enthält einen historischen Teil, der Rückschau hält auf die Errungenschaften der Demokratie und das damit verbundene Fortschrittsverständnis. Dieses hat sich insofern verändert, als dass die Impulse für gesellschaftliche Veränderungen nicht mehr von der Politik ausgehen - eine Herausforderung des parlamentarischen Systems, die Meier schwierig, aber für zu bewältigen erscheint. Eine Geschichte des Bundestages und historische Vergleiche über die "Herkunft des Parlaments" runden dieses für Neidhart gelungene Buch ab.
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