Christina Bylow geht es in ihrem Buch um die Anerkennung einer Lebensform, die in den letzten 10 Jahren explosiv zugenommen hat. Ehe und Familie stehen unter besonderem Schutz des Staates Alleinerziehende dagegen nicht. Die Autorin beleuchtet alle Facetten dieser Lebensform, die weder wirklich wahrgenommen noch als gleichwertig anerkannt wird. Sie "unternimmt eine Reise in ein Land, das viele verurteilen, ohne es je betreten zu haben". Das an Zukunftsperspektiven, Ideen und Lösungswegen reiche Buch versteht sich als engagierter Anstoß zu einer Debatte, die noch immer mit Ideologie überfrachtet ist. Lebendig wird es durch Interviews sowohl mit politisch verantwortlichen Persönlichkeiten als auch mit Alleinerziehenden.
Christina Bylows Buch über Alleinerziehende räumt zur Freude von Rezensentin Simone Schmollack mit einigen Klischees auf. Die Autorin liefert ihres Erachtens nicht nur eine umfassende Zahlen- und Datensammlung, sondern auch Porträts und Protokolle von Betroffenen. Deutlich wird für sie, dass weder das Bild der AlgII-beziehenden, bildungsfernen, depressiven Allein-Mutter zutrifft, noch das der biestigen Übermutter, die ihren Exmann die Kinder vorenthält und ihn finanziell aussaugt. Schmollack hebt hervor, dass die Belastungen der Alleinerziehenden - Hektik im Alltag, Geldmangel, Abwesenheit der Väter - nicht beschönigt werden. Aber die gängigen Vorurteile im Blick auf Alleinerziehende, die als aktiv, eigenständig und verantwortlich beschrieben werden, sieht sie in keiner Weise bestätigt.
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