Christoph Gradmann

Krankheit im Labor

Robert Koch und die medizinische Bakteriologie
Cover: Krankheit im Labor
Wallstein Verlag, Göttingen 2005
ISBN 9783892449225
Kartoniert, 376 Seiten, 39,00 EUR

Klappentext

Im späten 19. Jahrhundert verlieh die medizinische Bakteriologie den Infektionskrankheiten ein neues, noch heute vertrautes Gesicht: Seit dieser Zeit ist bekannt, daß sie durch Bakterien, Viren usw. verursacht werden. Formuliert wurde diese Auffassung von Forschern einer der ersten laborexperimentellen Disziplinen der Medizin, der medizinischen Bakteriologie. Der Mediziner Robert Koch (1843-1910) war der dominierende Vertreter dieses Faches. Im Reagenzglas oder im Tierexperiment entwickelte er die grundlegenden Untersuchungstechniken und identifizierte die Erreger von Krankheiten wie der Tuberkulose und der Cholera. Christoph Gradmann geht der Biographie Robert Kochs nach und schildert die Entstehung der Disziplin als spannungsreiche Geschichte. Zur Sprache kommen die Beziehung zwischen Medizin und Botanik ab 1850 und damit die Frühgeschichte der medizinischen Bakteriologie, Robert Kochs bahnbrechende Forschungen zur Tuberkulose, die Beziehung zwischen der Labordisziplin Bakteriologie und der klinischen Medizin und die ausgeprägte Passion Robert Kochs für Forschungsreisen in ferne Länder.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2005

Erhellend findet Rezensent Robert Jütte diese Habilitationsschrift über "Robert Koch und die medizinische Bakteriologie", die Christoph Gradmann vorgelegt hat. Die neuere Medizingeschichte, erklärt Jütte, sei "nicht mehr so personenzentriert" und werte die Leistungen Kochs entsprechend nüchtern. Dies trifft seines Erachtens auch auf Gradmanns Arbeit zu, in der Koch zwar die Hauptperson abgibt, aber auch andere Akteure in den Blick genommen werden. Gradmann zeichne ein komplexes Bild der medizinisch-biologischen Forschungen um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts, das die Pionierleistungen Kochs zwar anerkenne, aber der vom Forscher auf dem Gipfel seines Ruhmes vertretenen These den Boden entziehe, es habe zu Beginn seiner Forschungen keine Bakteriologie gegeben. Am Beispiel der Forschungen Kochs zum Tuberkuloseerreger zeige Gradmann, welche Fortschritte die medizinische Bakteriologie in den Jahrzehnten seit der Einsicht in Bedeutung von Bakterien für die Entstehung von Krankheiten machte und welche Hoffnungen sich daran knüpften. Interessant scheinen Jütte auch die Ausführungen Gradmanns zur damaligen Inszenierung von Forschung in der Öffentlichkeit, für die Kochs steile wissenschaftliche Karriere zahlreiche Beispiele liefert.
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