Ronald D. Gerste

Wie Krankheiten Geschichte machen

Von der Antike bis heute
Cover: Wie Krankheiten Geschichte machen
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2019
ISBN 9783608964004
Gebunden, 381 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Eine englische Königin, die das Land zusammen mit ihrem Mann, dem spanischen König, wieder katholisch machen will, scheint schwanger zu sein. Doch es ist ein Tumor - wäre sonst Spanien die Supermacht in unserer Welt? Ein deutscher Kaiser gilt als Hoffnungsträger der Liberalen, könnte Deutschland auf den Weg zu einer konstitutionellen, fortschrittlichen Monarchie führen. Doch er hat Kehlkopfkrebs, ihm sind nur 99 Tage an der Macht vergönnt - wäre durch ihn der Erste Weltkrieg vermeidbar gewesen? Die Krankheiten von Staatenlenkern haben wiederholt in den Ablauf der Geschichte eingegriffen und die Weichen des Weltgeschehens oft auf dramatische Weise in eine andere Richtung gestellt. Doch Krankheiten bestimmen auch das Leben, die Kultur und das Bewusstsein der Völker. Die Pest und Aids, die Cholera und die Syphilis haben ganze Zeitalter geprägt. Der Arzt und Historiker Ronald D. Gerste nimmt den Leser mit auf eine Reise zu den medizinischen Wegmarken unserer Geschichte.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.06.2019

Rezensent Ralf Amstutz ist froh, in der Gegenwart zu leben, trotz allem. Was der Journalist Ronald D. Gerste in seinem Buch über das 14. Jahrhundert und seine Epidemien, aber auch über haarsträubende Heilsmethoden berichtet, lässt den Rezensenten erschauern. Gerstes Zeitreise scheint ihm dennoch spannend. Wie Krankheiten Kriege beeinflussten erfährt er hier oder welche historische Persönlichkeit worunter litt. Die medizinischen und politischen Hintergrundinformationen liefert der Autor frei Haus, meint er.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 03.05.2019

Edelgard Abenstein findet es "spannend", wie Ronald Gerste, zugleich Arzt und Historiker, den Verlauf der Geschichte an den Krankheiten historischer Persönlichkeiten festmacht und sich fragt, was ohne deren Krankheiten vielleicht anders verlaufen wäre. Gebannt folgt sie Gerste etwa, wenn er darüber nachdenkt, wie die "konfessionelle Landkarte" wohl ausgesehen hätte, wenn die legendäre Mary Turdor nicht so früh ihrem Tumor erlegen wäre. Diese kreative "Geschichtsforschung im Konjunktiv" könne zwar argumentativ teilweise nicht mit der aktuellen Forschung mithalten, so Abenstein, bietet aber trotzdem eine eine vergnügliche, mitreißende Lektüre. Nicht zuletzt lobt die Rezensentin den interdisziplinären Ansatz des Autors.

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