Beim täglichen Umgang mit digitalen Technologien stellen wir uns nur selten die Frage, wie durch unser Handeln Dritte betroffen sein könnten. Dieses Buch setzt sich mit aktuellen Problemen der Verantwortung in der digitalen Welt auseinander. Es versammelt deutschsprachige Fälle zu ethischen Fragen der Informatik und liefert mit der Darstellung glaubhafter Konflikte aus den Bereichen Datenschutz, Biometrie oder geistiges Eigentum wertvolle Gedankenanstöße, die zum Weiterdenken anregen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.03.2010
Verständlich und flott geschrieben findet Milos Vec diesen von gleich fünf Informatikern verfassten Band zum Thema Ethik in der Informationsgesellschaft. Vec liest die Texte als fallgeschichtliche Miniaturerzählungen mit offenem Ende, entdeckt aber jede Menge standardisierte Elemente, wie das konsequent subjektive Erleben der Konfliktsituation und die prototypischen Interessen dahinter. Obgleich die beschriebenen Fälle der Realität nachgebildet sind (es geht um Datenklau, Sicherheitslücken und Selbstüberschätzung), vermisst Vec den von den Autoren von vornherein ausgeblendeten juristischen Aspekt. Die ethischen Konflikte, meint er, ließen sich allein mit Hilfe von Diskursen, wie sie der Zunft der Informatiker in diesem Buch anempfohlen werden, nicht lösen. Eine Ethisierung der Informatik ist für Vec nur zum Teil durch die Befragung des Gewissens denkbar, den anderen, möglicherweise bedeutenderen Aspekt, die Rechtssprechung, sieht er in den Fallbeispielen ohnehin immer wieder zurückkehren, leider nur unterschwellig.
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