Der Kunsthistoriker Gorch Pieken machte sich daran, die Hintergründe dieses mysteriösen Gemäldes zu recherchieren, und fand heraus, dass es den uniformierten Schwarzen tatsächlich gegeben hat. Sein Name: Gustav Sabac el Cher. Der Vater, August Albrecht Sabac el Cher, war 1843 als siebenjähriger Knabe dem preußischen Prinzen Albrecht zum Geschenk gemacht worden vom ägyptischen Vizekönig Mehmed Ali. Der Prinz nahm den Jungen mit nach Berlin und ließ ihn zum preußischen Offizier ausbilden. Seitdem lebt die Familie in Deutschland, mehrere Generationen dienten im kaiserlichen Heer, in Hitlers Wehrmacht und in der Bundeswehr. Selbst den Rassismus der Nazis überlebten die Sabac el Chers. Zwar wurde das von ihnen geführte Gartenlokal boykottiert und musste schließen, aber ein Sohn der Familie kämpfte für "Volk und Vaterland" in Russland. Gorch Pieken und Cornelia Kruse erzählen die verblüffende Geschichte dieser Familie von den Anfängen bis heute.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 06.12.2007
Als "höchst erstaunliche und wohl einmalige Familiensaga im Deutschen Reich" empfiehlt der über diese Geschichte immer wieder staunende Rezensent Hans Pleschinski. Denn sie handelt von einem nubischen Jungen, der um 1850 als Geschenk des ägyptischen Vizekönigs an den Preußenprinzen Albrecht nach Berlin kommt und hier, zum Pagen ausgebildet, eine Bürgertochter heiratet, um mit ihr eine preußisch-nubische Familie zu gründen, die vollkommen unangefeindet und integriert in der preußischen Hauptstadt lebte und sich daselbst auch fortpflanzte. Ausgangspunkt der Recherche des Autorenduos ist Pleschinki zufolge ein Gemälde aus dem Besitz des Deutschen Historischen Museums gewesen, das das Paar in inniger Umarmung zeigt. Auch das Aufspüren der Nachkommen von Sabac le Cher findet der Rezensent ziemlich spannend. Gelegentlich scheint die Chronik mangels Dokumente sich an Nebenschauplätzen zu verlieren. Insgesamt fasziniert das Buch den Rezensenten besonders durch die "unglaublich zügige Verwandlung" einer "Familie exotischen Ursprungs" in deutsche Normalos.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.11.2007
Rezensent Christian Welzbacher kann sich für dieses Buch über August Albrecht Sabac el Cher und seine Nachkommen nicht erwärmen. Im Grunde hält er das für Buch überflüssig. Dass Sabac el Cher Nubier war, als Knabe von Prinz Albrechts von Preußen bei einer Ägyptenreise auf- und nach Preußen mitgenommen wurde, wo er später eine Familie gründete, macht ihn in den Augen des Rezensenten noch nicht sehr interessant. Zumal Welzbacher das weitere Familienschicksal austauschbar erscheint. Er hält den Autoren vor, schnell die solide Quellenarbeit hinter sich zu lassen, um sich in Mutmaßungen über die Herkunft des Jungen zu ergehen. Man merke dem Buch auch an, dass die Autoren das "Preußische Liebesglück" 2006 erst für Arte verfilmt haben und jetzt noch ein Buch darüber hinterher schieben. Für den Rezensenten ist das ein mustergültiges Beispiel dafür, "wie der Markt eine historische Mücke zum publizistischen Elefanten aufbläst".
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