Die Fotografie hat Cy Twombly seit seiner Studienzeit immer wieder beschäftigt, aber erst in den letzten Jahren verdichtete sich dieses Interesse zu einem eigenständigen künstlerischen Konzept. Unser Band mit Fotografien aus den Jahren 1951-2007 ist eine ästhetische Sensation. Denn wie seine anderen bildnerischen Werke sind auch Twomblys fotografische Arbeiten Dokumente einer faszinierend verrätselten, persönlichen Poesie. Die eigenen Ateliers in Lexington und Gaeta, Details seiner Skulpturen und seiner bildhauerischen Sammlungsstücke, Landschaftsmotive, Früchte und Blumen erscheinen in geheimnisvoller Verfremdung auf diesen delikaten Blättern. Mit matten Farben auf mattem Papier in einem Dryprint-Verfahren abgezogen, das ihnen eine samtene, fast körnige Tonigkeit verleiht, erinnern die Bilder vage an die piktorialistische Tradition in der Fotografie des Fin de siecle. In ihrer minimalistischen Art jedoch, mit einfachsten Mitteln ästhetische Visionen zu erzeugen, sind sie ganz und gar zeitgenössisch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 06.08.2008
Arno Widmann entdeckt die Paradoxie dieses Cy-Twombly-Bildbandes: Das Aufregendste an den 182 ausgewählten Polaroids des amerikanischen Künstlers ist die Ruhe. Eine Ruhe, die anscheindend völlig den Eigenschaften des Mediums Fotografie zu widersprechen scheint: Das flüchtige Kamerabild "wird von Cy Twombly verwendet, um die Bewegung anzuhalten". Nach dem Durchblättern des Bandes steht für den Rezensenten fest, dass sich die "Schnappschüsse" im Buch in ihrer Körperlosigkeit von dem malerischen Oeuvre kaum unterscheiden. Das Besondere an den gezeigten Polaroids: ihre besondere Selektivität - seit 1951 dürften unzählige Fotos entstanden sein - lässt das künstlerisches Produktionsprinzip durchscheinen. Denn was für Fotos gilt, gilt umso mehr für das malerische Werk: "Twomblys Kunst ist die des Weglassens"
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