Herausgegeben von Kristen Lubbe. Aus dem Englischen von Martina Tichy. Ob ein Photo zur Ikone wird, hängt vom historischen Moment, von der Geistesgegenwart des Fotographen und einer ganzen Reihe von Zufällen ab. Magnum-Fotographen waren seit der Gründung der legendären Agentur 1947 weltweit an allen Brennpunkten des Geschehens. Ihre Aufnahmen entstanden meist unter schwierigsten Bedingungen, und erst auf ihren Kontaktbögen konnten sie erkennen, ob sie überhaupt etwas Brauchbares oder vielleicht sogar das eine, ultimative Bild geschossen hatten. Kontaktbögen rekonstruieren die Geschichte solcher Ikonen: wie sie zustande kamen, was vorher und nachher geschah, ob es sich um einen Zufallstreffer handelte oder den entscheidenden Moment innerhalb eines Handlungsablaufs.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 18.11.2014
Arno Widmann bietet dieser Riesenbrocken von einem Magnum-Band nicht weniger, als einen Blick auf die menschliche Spezies, wie sie lebt und überlebt, angesichts der Katastrophe (9/11) oder einer Geburt. Nachdem er das 3,3-Kilo-Buch einmal gestemmt hat, ist ihm klar, dass derartige Schmöker zu Weihnachten gehören wie Stollen. Aber auch, wie sehr die Magnum-Fotografen unseren Blick geprägt haben. Durch Auswahl, so viel führt das Buch dem Rezensenten auch vor Augen, indem es ikonografische Fotos in den Kontext ihrer Kontaktbögen stellt.
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