Einen ganzen Tag wandert Daniel Brühl durch seine Heimatstadt Barcelona: vom Tibidabo, Barcelonas Hausberg, über die von den Touristen heimgesuchten Ramblas bis zu seinem lauschigen Lieblingsviertel Gràcia. Dabei begegnet er eingefleischten Boule-Spielern, Fußballstars des FC Barcelona und streitlustigen Gemüsehändlern. Er erinnert sich an seinen knorzigen andalusischen Opa, der Stierkampfreporter war, an sommerliche Gelage mit Crema catalana und an Marie, seine erste Liebe, die er mit einem Sprung vom Fünf-Meter-Turm beeindrucken wollte. Spazieren, flanieren, feiern - das kann man nirgendwo so gut wie in Barcelona. Eine Hommage an die coole, provinzielle, große, kleine, herrliche Stadt am Meer. Das Buch ist durchgehend vierfarbig illustriert - Daniel Brühl und seine Freunde haben ihre Lieblingsorte in Barcelona fotografiert.
Ursula März hatte offenbar mit dem Schlimmsten gerechnet - und ist von Daniel Brühls "Ein Tag in Barcelona" angenehm überrascht. Keine Beschreibung trivialer Promi-Befindlichkeit findet sie darin, sondern einen Reiseführer durch Barcelona, geschrieben aus der tiefen Kenntnis und noch tieferen Liebe des Autors zu seiner Heimatstadt. Ja, Heimatstadt: Brühl ist der Sohn eines deutschen Regisseurs und einer spanischen Lehrerin und der Enkel eines Stierkampfreporters, weiß die Rezensentin. Dass sein Stadtführer nichts Sensationelles und schon gar keine große Literatur ist, versteht sich von selbst, meint März, aber das macht nichts, denn gerade die "Uneitelkeit des Nichtsensationellen" macht dieses Buch so sympathisch. Ihr Fazit: "Ein geradliniges, ganz unaufgeregtes und gutes Buch".
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