Über Cagliostros Medizin kann nicht allzu viel Neues ausgesagt werden. Viele Autoren der über 500 Titel umfassenden Cagliostriana haben sich mehr oder weniger ausführlich zu seiner Medizin geäußert.
Vergleichbares gilt nicht für Cagliostros Pharmazie. Es ist zwar gut bekannt, dass er seine eigene Pharmakopöe besaß, seine Medikamente teils von Apothekern herstellen ließ, gewisse Rezepte streng geheim hielt und die Arzneien in seiner Heilkunde die Hauptrolle spielten. Über die Heilmittel selbst und ihre Zutaten, Kompositionen, Formen, Herstellungsvorschriften und Indikationen weiß man jedoch wenig.
1847 wurden neun Rezepte publiziert, die seither in vielen Büchern und Aufsätzen über den Arzt und Magier rezipiert werden. Da es nur wenige sind und da außer Namen und Zutaten nichts Weiteres vermerkt ist, vermögen sie keineswegs ein vollständiges und scharfes Bild von seiner Pharmakopöe zeichnen.
Dass im Basler Staatsarchiv cagliostrische Rezepte liegen, wurde schon mehrfach vermutet. Das Basler Kaufleute-Ehepaar Jakob (1742-1802) und Gertrud (1752-1791) Sarasin-Battier legte eine umfassende pharmazeutische Rezeptsammlung an, die heute vom Staatsarchiv aufbewahrt wird. 53 der vielen Vorschriften können eindeutig Cagliostro zugewiesen werden. Im Kern der Studie stehen diese Rezepte, sie werden einer pharmaziehistorischen Analyse unterzogen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.02.2019
Peter Rawert lässt sich vom Wissenschaftshistoriker Daniel Kriemler die Künste des Wunderheilers Cagliostro entzaubern. Anhand von Aufzeichnungen aus dem Nachlass des Basler Cagliostro-Verehrers Jakob Sarasin, deren Weg der Autor laut Rawert glaubhaft zu Cagliostro zurückverfolgt, macht Kriemer auch für den Laien deutlich, dass Cagliostros Pharmazie sich durchaus mit den Erkenntnissen, Normen und Verfahrensweisen seiner Zeit deckt. Eine bemerkenswerte Schlussfolgerung, findet Rawert.
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