Daniel Schwartz (Hg.)

Geschichten von der Globalisierung

Cover: Geschichten von der Globalisierung
Steidl Verlag, Göttingen 2003
ISBN 9783882439410
Broschiert, 256 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Mit zahlreichen meist farbigen Fototafeln. Ein schillerndes Wort bezeichnet den Prozess der Auflösung der bisherigen Weltordnung: Globalisierung. Eine Neue Welt soll aus ihr hervorgehen, in der Menschen und Beziehungen, Handel und Finanzen, Technologie und Wissen ungeahnte Freiheiten voller Möglichkeiten und Risiken genießen. Aber was bedeutet dies im konkreten Fall? Im Zeitalter einer grenzenlosen Öffnung sind 'herkömmliche' Lebensformen und Identitäten bedroht, lösen sich altbewährte Strukturen auf - was tritt an ihre Stelle? Zehn Fotografen waren im Auftrag von Daniel Schwartz der fördernden wie zerstörerischen Kraft der Globalisierung auf der Spur. Sie berichten von Randzonen und Zentren, Aufschwüngen und Desastern, von Fluchtwegen und Ausbrüchen. Ihre Reportagen, Essays und Porträtserien stammen vom chinesischen Perlfluß-Delta und aus dem kriegsversehrten Bosnien-Herzegowina, von den Sportplätzen der afrikanischen Jugend und aus den Pariser Vostädten; aus Italien und Vietnam, Belgien, den USA, Nigeria und Brasilien, Indien und Bangladesch.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 24.07.2004

Dieser Fotoband beweist aufs Eindrücklichste, dass Bilder die Globalisierung besser erzählen als Essays, lobt Rezensentin Ulrike Winkelmann. Zehn Fotografen habe Daniel Schwartz für diesen vom Schweizer Außenministerium finanzierten Band in die weite Welt ausgeschickt, um die vielzitierte Globalisierung zu finden. Was dabei herausgekommen ist, findet die Rezensentin "fast ausnahmslos" gelungen, insofern als der Band Bilderstrecken präsentiert, "die dem abgenutzten und mit falschem Pathos aufgeladenen Begriff 'Globalisierung' noch einmal Bedeutung verleihen", so etwa wenn der Waliser Philip Jones Griffiths das vietnamesische Verhältnis zu westlichen Konsumgütern inszeniert, indem er "im Schatten gigantischer Werbetafeln" stehende Menschen ablichtet, die "in ganz andere Richtungen" schauen, "als die Slogans ihnen weisen". Aufgefallen ist der Rezensentin, dass die Textpassagen, die als Brückenschlag zwischen den einzelnen Bilderstrecken dienen sollen, die "Hilflosigkeit" jedes Versuchs zeigen, der Globalisierung mit "abstrakten Worten" und darüber hinaus noch linear ("Von X zu Y") einfangen zu wollen. Fraglich sei allerdings, ob sich Themen wie der Bosnienkrieg unter den Begriff der Globalisierung subsumieren lassen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.03.2004

Die von Daniel Schwartz herausgegebenen Fotoreportagen über die Folgen der Globalisierung und ihre Opfer beurteilt Christiane Grefe als "glänzend fotografiert", unbefriedigend findet sie an dem Band jedoch, "dass der komplexe Prozess, von dem er erzählen will, von den Autoren nirgends definiert wird". Die Rezensentin wird daher den Verdacht nicht los, dass "die brisante Chiffre Globalisierung" vor allem aus verkaufsfördernden Gründen im Titel steht. Dennoch kommt Grefe zu dem Schluss, dass die meisten der mit "Empathie und tiefem Ernst" gezeichneten "Menschen-Bilder aus aller Welt", tatsächlich den sozialen und kulturellen Folgen jener "beschleunigten Ausweitung der Finanz-, Produktions-, Kommunikations- und Verteilungssysteme" auf der Spur sind, "die der Begriff Globalisierung eigentlich charakterisiert".
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