Daniel Wisser

Smart City

Roman
Cover: Smart City
Luchterhand Literaturverlag, München 2025
ISBN 9783630877099
Gebunden, 416 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aufbruchstimmung in NEUDA, der sichersten, saubersten und nachhaltigsten Stadt der Welt. Über den rechtwinklig angeordneten Straßen kreisen Drohnen, unten bewegen sich geräuschlos Elektrocaddies und Cleaning-Robots, eine Messsäule kontrolliert die Lautstärke, die 54 Dezibel nicht übersteigen darf. Die Journalistin Morag Oliphant, deren Mann und Tochter bei einem Überfall von unbekannten Tätern getötet wurden, sucht den Neuanfang in NEUDA und will über dieses Pilotprojekt berichten. Sicherheit, Lebensqualität und ein harmonisches Zusammenleben garantiert man den Einwohnern der Smart City. So zumindest die Versprechung der Politik. Doch schon bald bemerkt Morag Oliphant merkwürdige Dinge: Nicht registrierte Menschen huschen durch die Straßen, der Müll verschwindet einfach vor den Toren der Stadt, und für die Sicherheit sorgt nicht die Polizei, sondern ein privates Unternehmen, das sich jeder Kontrolle entzieht. Als bei einer Demonstration ein Mann stirbt und niemand verantwortlich sein will, kommt Morag Oliphant nicht nur dem schattenhaften Geflecht von Politik und dem Konzern, der NEUDA betreibt, näher. Auch die Aufklärung des Todes ihrer Familie scheint damit zusammenzuhängen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.02.2026

In Teilen ausreichend "erheiternd", findet Jan Wiele diesen Roman. Ein Kanzler mit dem Namen "Rindfleisch", unterstützt durch einen Milliardär mit einem nicht minder albernen Namen, regiert über eine natürlich nur scheinbar schöne neue Welt, aus der alles Unansehnliche, alles Unkontrollierbare und Ineffiziente ausgeschlossen werden soll. Erzählt wird davon satirisch, ein wenig "hölzern", parodistisch eigentlich. Doch auch wenn viele Teile für sich genommen erheiternd wirken, so wird daraus noch keine Parodie, seufzt der Kritiker. Was solls, unterhaltsam ist Wissers Roman allemal. Dass die schöne neue Welt am Ende dann noch enttarnt wird als einigermaßen fürchterlich, ist Wieles Meinung nach überflüssig.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 28.08.2025

Durchaus packend, aber in seiner ideologischen Anlage etwas schlicht geraten ist Daniel Wissers Buch laut Rezensentin Gisa Funck. Es handelt sich auch nur pro forma um einen Science-Fiction-Roman, findet Funck, schließlich orientiert sich das Szenario eng an der Gegenwart, an der österreichischen zumal - die Modellstadt NEUDA, die im Zentrum steht und im Buch nahe Wien gelegen ist, wird von Menschen bewohnt, die von ähnlichen Gadgets und Problemen umgeben sind wie wir auch. Beworben wird NEUDA als eine Stadt, die die Probleme der Gegenwart - Umweltverschmutzung, Kriminalität, Umgang mit Migration - überwunden hat, was sich jedoch, beschreibt Funck, als Schimäre herausstellt. Angeblich leben, nennt sie als Beispiel, keine Migranten in NEUDA, tatsächlich aber halten nur sie die Infrastruktur am Laufen, hinter der heilen Fassade wird alsbald die altbekannte Melange aus Macht und Geld sichtbar. Erzählt wird das alles aus der Perspektive der Journalistin Morag, heißt es weiter, deren Gegenspieler Tilo-Heuer leitet eine sinistre Firma. Allzu schwarz-weiß sind insbesondere diese beiden Figuren gezeichnet, sie nur gut und idealistisch, er abgrundtief böse, moniert die Rezensentin, das schmälert die Freude an der Lektüre dieses ansonsten gut konstruierten Krimis doch erheblich. Etwas mehr Ambiguität hätte dem Buch gut gestanden, findet Funck.

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