Dieses Buch ist die erste Darstellung der Bedingungen des Komponierens in der DDR der fünfziger Jahre, die nicht von einer vorurteilenden Gegenüberstellung von politischer Bevormundung auf der einen und künstlerischer Selbstbestimmung auf der anderen Seite ausgeht. Der Autor untersucht die Produktionsbedingungen aus der Sicht der Komponisten, zugleich beschreibt er detailliert die Arbeitsweise der verschiedenen parteistaatlichen Institutionen und der Musikerorganisationen, soweit dies die Komposition zeitgenössischer Musik betraf. Anschaulich wird das Buch durch Interviews, die der Autor mit den Komponisten Andre Asriel, Harald Heilmann, Günter Kochan, Siegfried Kurz, Wolfgang Lesser, Wolfgang Hohensee, Paul-Heinz Dittrich und Siegfried Matthus geführt hat.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.06.2000
Als etwas trocken und dröge empfindet der Rezensent mit dem Kürzel "gfk" die Lektüre dieser mit Interviews angereicherten Abhandlung, die die Wirkung des "sozialistischen Realismus" auf die Musikproduktion und -ausübung in der DDR vor dem Mauerbau untersucht. Das Grundproblem besteht seiner Auffassung nach darin, dass "der Autor von allzu weit durchs Fernrohr blickt" und nicht ausreichend differenziert, sondern zu vieles in einen Topf wirft. Auch werden die "Protagonisten der fünfziger Jahre, Eisler und Dessau" nicht ausführlich genug - "gleichsam nur in Paranthese" - behandelt. Immerhin würdigt der Rezensent die Rechercheleistung von Daniel Zur Weihen: "Als Sammlung von Fakten taugt die Arbeit."
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