Theodor W. Adorno, Ernst Krenek

Theodor W. Adorno/Ernst Krenek: Briefwechsel 1929-1964

Briefe und Briefwechsel, Band 6.I
Cover: Theodor W. Adorno/Ernst Krenek: Briefwechsel 1929-1964
Suhrkamp Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783518587539
Gebunden, 484 Seiten, 44,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Claudia Maurer Zenck. Im Juni 1923 wurde in Kassel im Rahmen des Tonkünstlerfests des Allgemeinen Deutschen Musikvereins die Zweite Symphonie des erst 22-jährigen Komponisten Ernst Krenek uraufgeführt. Im Publikum saß ein 19-jähriger Philosoph mit gerade begonnener Dissertation und ausgeprägten musikalischen Interessen, der diese Aufführung als Schock erlebte: Theodor W. Adorno. Ein Jahr später lernen die beiden sich in Frankfurt persönlich kennen und beginnen bald darauf einen Briefwechsel, der sich über mehr als drei Jahrzehnte erstreckt. Kompositorische und musiktheoretische Fragen werden darin ebenso diskutiert wie philosophische, soziologische und politische Themen. Auch Privates kommt zur Sprache. Diese Korrespondenz liegt nun in einer vollständig überarbeiteten, den aktuellen Forschungsstand reflektierenden Neuausgabe vor. Gegenüber der Erstedition aus dem Jahr 1974 um zahlreiche Briefe und Dokumente erweitert sowie ergänzt um sämtliche aufeinander Bezug nehmende Schriften Adornos und Kreneks, bietet sie den bislang umfassendsten Einblick in eine Beziehung, die für die Theorie und Geschichte der Neuen Musik des 20. Jahrhunderts von herausragender Bedeutung ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.12.2020

Rezensent Jens Malte Fischer empfiehlt die neue Edition des Briefwechsels zwischen Theodor W. Adorno und Ernst Krenek. Die Herausgeberin Claudia Maurer Zenck leistet damit und mit ihren Anmerkungen einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Beziehung der beiden Briefschreiber wie für die Erforschung der Musik im 20. Jahrhundert, findet Fischer. Sie enthält sowohl neue entdeckte Briefe als auch neue Erkenntnisse der Forschung, erklärt Fischer, der anhand der Briefe die wechselvolle, von musikanschaulichen Meinungsverschiedenheiten geprägte Beziehung zwischen Adorno und Krenek über die Jahre 1929-1964 gut nachvollziehen kann. Gerade das Divergierende zwischen den beiden scheint Fischer reizvoll.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.10.2020

Für den Rezensenten Wolfgang Matz gewinnen beide, Adorno wie Krenek, durch den von Claudia Maurer Zenck herausgegebenen Briefwechsel. In der laut Matz vorbildlichen Edition, mit erschöpfendem Kommentar und neuen Dokumenten zu Lebensgeschichtlichem, Aufführungen und Publikationen, wird für den Leser, so Matz, nicht nur Kreneks schlagende Kritik an Adornos Musikphilosophie sichtbar, sondern auch Adornos Ehrgeiz als Komponist und sein Faible auch für abseitigere Musikkünstler. Zugegen zu sein, wenn die beiden Intellektuellen über künstlerische Freiheit und Ästhetik streiten, ist für Matz ein erlesener Genuss.
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