David Santos Donaldson

Grönland

Roman
Cover: Grönland
Polar Verlag, Hamburg 2023
ISBN 9783863003531
Gebunden, 416 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Joachim Bartholomae. Der junge Autor Kip Starling hat sich mit einer Pistole und einem Langzeitvorrat Mineralwasser im Keller seines Hauses in Brooklyn verbarrikadiert, um ungestört zu arbeiten. In nur drei Wochen soll Kip seinen ersten Roman abliefern - ein ambitioniertes Werk über das Schicksal des jungen Ägypters Mohammed el Adl, der von 1917 bis 1922 der Liebhaber der britischen Schriftstellerlegende E. M. Forster war. Mohammed erscheint Kip gleichzeitig rätselhaft und seltsam vertraut. Sie sind beide schwarz und queer, sie führen beide prägende Beziehungen zu weißen Männern, sie sind jeder auf seine Weise mit Vorurteilen, Rassismus und Homophobie konfrontiert. Während Kip sich wie im Rausch in die Arbeit stürzt, beginnen die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit, Literatur und Leben, Gestern und Heute zu verschwimmen. Mohammeds Geschichte (und schließlich Mohammed selbst) beginnt zu Kip zu sprechen. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit wird zu einem Proust'schen Portal in seine eigene Erinnerungswelt. Drei Kontinente, zwei Epochen, eine Sprache:

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 09.08.2023

Rezensent Marko Martin liest mit David Santos Donaldsons Debütroman ein kluges und sehr aktuelles Buch. Donaldsons Ich-Erzähler ist schwarz und homosexuell und kennt sich bestens mit dem Schriftsteller E.M. Forster aus, resümiert der Kritiker. Doch sein Buch über die geheime Liebesbeziehung, die Forster während des Ersten Weltkriegs in Ägypten zu einem jungen Einheimischen unterhält, findet keinen Verleger, überhaupt ist dies hier "keine wohlfeile Multi-Kulti"-Erzählung, betont der Kritiker. Vielmehr setzt sich Donaldson mit der Problematik der kulturellen Aneignung auseinander und kommt dabei zum weisen Schluss, so Martin, dass die Neugier auf das Fremde in der Literatur unabdingbar ist.

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