Tagungsband herausgegeben von Gerd Krumeich und Joachim Schröder.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.11.2004
Der rezensent mit dem Kürzel "cjos" kündigt einen neuen Sammelband an, der sich mit der Besetzung des Ruhrgebiets im Jahr 1923 auseinandersetzt. Der Erste Weltkrieg war nämlich mit dem Friedensschluss von 1918 längst nicht vorbei, sondern tobte in den Köpfen der beteiligten Nationen weiter, schreibt "cjos": die Franzosen verstanden die Besetzung des Ruhrgebiets als eine Art der Rechnungsbegleichung, hatten ihnen die Deutschen im Krieg doch Schlimmes angetan. In der deutschen Propaganda, stellt "cjos" fest, spielte diese Umkehrung der Verhältnisse überhaupt keine Rolle - die eigenen Gräueltaten waren längst vergessen, man fühlte sich als unschuldiges Opfer. Bis heute, resümiert "cjos" den Beitrag von Herausgeber Gerd Krumeich, dominiere diese Sicht in der historischen Forschung. Leider gewährt "cjos" keinen Einblick in die anderen historischen Beiträge zum Thema, verrät auch nicht den Anlass für diesen Sammelband: ein einziger Hinweis erfolgt auf den Aufsatz von Christoph Cornelißen, der sich mit der Historiographie zum Thema Ruhrbesetzung beschäftigt.
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