Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe. Sentaro ist gescheitert: Er ist vorbestraft, er trinkt zu viel, und sein Traum, Schriftsteller zu werden, ist unerfüllt geblieben. Stattdessen arbeitet er in einem Imbiss, der Dorayaki verkauft: Pfannkuchen, die mit einem süßen Mus aus roten Bohnen gefüllt sind. Tag für Tag steht er in dem Laden mit dem Kirschbaum vor der Tür und bestreicht lustlos Gebäck mit Fertigpaste. Bis irgendwann die alte Tokue den Laden betritt. Die weise, aber sichtlich vom Leben gezeichnete Frau kocht die beste Bohnenpaste, die man sich nur denken kann. Auch deshalb verändert die Begegnung mit ihr alles, denn Tokue lehrt Sentaro ihre Kunst. Wenig später wird Wakana, ein Mädchen aus schwierigen Verhältnissen, zur Stammkundin des Imbisses und schließt Freundschaft mit Tokue und Sentaro. Doch die Welt meint es nicht gut mit den dreien …
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.05.2016
Rezensent Steffen Gnam schaut zu, wie in Durian Sukegawas im japanischen Original 2013 erschienenem "Zen-Roman" Gesellschaftskritik aus dem Geiste der Küchenphilosophie entsteht. Nur vordergründig geht es um Bohnen-Pfannkuchen, weiß Gnam. Die Gespräche der Eigentümer und Stammkunden eines Imbisses in Tokio gehen für Gnam über eine Ode an Nippons Küche hinaus. Es geht um Außenseiter und Abgründe, um eine Leprakolonie und den Turbokapitalismus. Für Gnam eine Parabel auf den Wertewandel in Japan.
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