Franz Pfemferts Platz in der deutschen Literaturgeschichte ist längst gesichert. Als Herausgeber der mittlerweile legendären Zeitschrift "Die Aktion" hat er dem Expressionismus zum Durchbruch verholfen. Weniger Beachtung gefunden hat jedoch die Tatsache, dass er, zunächst aus Gründen der Existenzsicherung, den größten Teil seines Lebens auch als Porträtfotograf gearbeitet und ein eigenes Atelier betrieben hat, seit 1927 zunächst in Berlin, dann in den Stationen seiner Emigration: Karlsbad, Paris und Mexico-City. Vertraut mit der Bildsprache der Neuen Sachlichkeit, jedoch in radikaler Distanz zum zeitgenössischen Kulturbetrieb, entstanden eindrucksvolle Porträts von prominenten Schriftstellern wie Gottfried Benn, Karl Kraus und André Gide sowie von ihm nahestehenden Aktivisten aus dem anarchistischen Lager wie Rudolf Rocker oder Emma Goldmann.Die vorliegende Studie versammelt zum ersten Mal das bislang nachgewiesene Bildmaterial und versucht, es historisch und fotogeschichtlich differenziert einzuordnen. Sichtbar wird dabei ein außergewöhnliches fotografisches Projekt, das Pfemferts politisch revolutionären Überzeugungen entsprach.
Mit der Beschreibung eines schwarz-weiß-Porträts Meret Oppenheims eröffnet Rezensent Wilfried Weinke seine Besprechung. Die aktivistischen und publizistischen Aktivitäten Franz Pfemferts sind, führt Weinke aus, durchaus geläufig, seine Tätigkeit als professioneller Porträtfotograf hingegen nicht. Das Buch des Literaturwissenschaftlers Eckardt Köhn ermöglicht es nun, so der Rezensent, einen Eindruck von Pfemferts vielseitiger Arbeit mit dem visuellen Medium zu gewinnen, wie etwa den Text-Bild-Montagen in der von Pfemfert herausgegebenen Zeitschrit "Die Aktion" oder seinen Porträts zahlreicher Künstler und Aktivisten. Weiterhin zeichnet Weinke den politischen Werdegang Pfemferts sowie dessen Weg ins Exil nach. Auch dank zahlreicher Illustrationen ein Fest für alle, die sich für Fotografie interessieren, lautet das Fazit.
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