Amokläufe passieren immer wieder und schockieren jedes Mal aufs Neue. Man sucht nach Erklärungen, möglichen Hinweisen und steht strotzdem immer wieder vor einem Rätsel. Die Autorin Elisa Gregor dokumentiert den dramatischen Fall der Familie Lenhart in allen Einzelheiten und nähert sich so behutsam den persönlichen und gesellschaftlichen Ursachen derartiger Tragödien.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 17.08.2005
Kein gutes Haar lässt Frank Keil an Elisa Gregors Versuch, den Ursachen von sogenannten "Familientragödien" auf den Grund zu gehen. Statt einer stringenten Annäherung an die Geschichte eines solchen Gewaltverbrechens verbunden mit vorsichtigen Schlussfolgerungen findet Keil hier nur ein Stochern im Nebel vor. Irgendwie müssten solche Mordattacken vor dem Hintergrund vorhandener und / oder zunehmender Spannungen zwischen Männern und Frauen gesehen werden, gibt er den Tenor der Autorin wieder. Doch bleibt nach seinem Eindruck das Ganze ziemlich vage und überaus ungeordnet. Die Autorin lasse wenig aus, "um einen bunten Strauß aus Vermutungen, Spekulativem und Quergedachtem zu binden, so dass diese Aneinanderreihung zuweilen höchst komisch wirkt." Etwa ihre Aussage: "Männer lernen, ohne sich dabei zu fühlen." Das Ganze wäre seines Erachtens nur ärgerlich, ginge es um ein harmloseres Thema, resümiert der Rezensent: "Doch hat sich die Autorin ein in seiner Brutalität kaum steigerungsfähiges Verbrechen ausgesucht, das eine solch oberflächliche, auch im Detail handwerklich mangelhafte Betrachtung schlichtweg verbietet."
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