Aus dem Französischen von Andrea Springler. Mit einem Nachwort von Felicitas Hoppe. Ella Maillart war, neben Annemarie Schwarzenbach und Nicolas Bouvier, die bedeutendste Reiseschriftstellerin der Schweiz. Die gebürtige Genferin lebt bereits seit einigen Jahren im Bergdorf Chandolin, als sich Nepal für Touristen öffnet. Sie macht sich auf, um herausfinden, ob die Lebensgewohnheiten, die Sitten und Gebräuche der Walliser sich im Volk der Sherpa im Himalaya wiederfinden lassen. Wo sie auch hinkommt, trifft sie auf Neugier und Sympathie; sie beschreibt die Sherpas als Menschen mit viel Humor und spiritueller Hingabe, die gelassen die Entbehrungen ihres Lebens am Berg ertragen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2018
Ella Maillarts Reisebericht aus dem Jahr 1951 hat Jochen Tremsch in mehrfacher Hinsicht berührt. Zum einen findet er ziemlich spannend, wie die Schweizer Journalistin damals als erste Westlerin überhaupt Nepal erkundete, das sich nach 130 Jahren Isolation erstmals öffnete. Es erstaunt den Rezensenten aber auch, wie warmherzig und bescheiden Maillart dabei vorgeht, wie viel Wissen, Interesse und Verständnis sie vor allem gegenüber den Sherpas aufbringt, denen ihr Hauptaugenmerk gilt. Und dass sie schließlich auch die Nepalesen mit den Wallisern vergleicht, vergnügt Temsch sogar: Der Gemeinschaftssinn und die Methoden, Käse herzustellen, ähnelten sich in beiden Ländern, lernt der Rezensent, allerdings seien die Menschen in Nepal deutlich fröhlicher und spiritueller als in der Schweiz.
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