Enea Silvio Piccolomini (1405-1464), einer der bedeutendsten Humanisten und Diplomaten der Frührenaissance, wurde 1458 zum Papst gewählt. Als Pius II. diktierte er seine Memoiren (Commentarii), eine bislang in deutscher Sprache nicht veröffentlichte Geschichtsquelle ersten Ranges, die für den geschichtsinteressierten Leser vergnüglich zu lesen ist. Oft zensierte Details zum Konklave von 1458 oder die Begegnung des Piccolomini-Papstes mit Graf Dracula zählen zu den vielen Episoden, die den Leser in die faszinierende Welt der Renaissance mitnehmen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.10.2008
Mit offenen Armen begrüßt Franziska Meier Enea Silvio Piccolominis Autobiografie und für das geschäftliche Risiko versichert sie dem Sankt Ulrich Verlag ihre dankbare Wertschätzung. Es handelt sich um die Lebensbeschreibung eines Papstes der Renaissance, die erst jetzt in deutscher Übersetzung vorliegt, erklärt die Rezensentin, die in groben Zügen die rasante Karriere des aus verarmtem Sieneser Adel stammenden Papstes nachzeichnet. Enttäuscht dagegen zeigt sie sich davon, dass es eine gekürzte Fassung ist, die auf Anmerkungen verzichtet und deren Nachwort, wie die Rezensentin tadelt, "wenig hilfreich" ist. Die in der dritten Person notierten Lebenserinnerungen des 1458 zum Papst gewählten Pius II. sind dennoch fesselnde Lektüre, auch wenn der Verfasser nicht zu den "berüchtigten Renaissance-Päpsten" gehört, wie der Titel glauben macht, betont die Rezensentin.
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