Parasitenpresse, Köln 2026
ISBN
9783988050762 Gebunden, 222 Seiten, 18,00
EUR
Klappentext
Die Zukunft ist schon da und sie leidet an der Gegenwart …Was tust du, wenn du mitten in einer Stadt zu dir kommst, nicht mehr weißt, wer du bist und woher du stammst? In diesem Szenario findet sich der zwanzigjährige Marcos plötzlich wieder - als wäre er aus dem All gefallen: Sein Gedächtnis scheint wie ausgelöscht. Er macht sich auf eine rastlose Suche nach seiner Identität durch die gigantische Techno-Großstadt RheinRuhr, die im Jahr 2053 vom früheren Dortmund bis nach Köln und Mönchengladbach reicht. Dabei helfen ihm die junge Frau Tonya und der zwielichtige Detektiv Berlinguer. Beide scheinen eigene Interessen zu verfolgen. Trauen kann Marcos niemandem. Alle Spuren führen zum Genetik-Riesen TransGen Inc., hier wird Marcos eine schockierende Entdeckung machen und die Wahrheit über seine Herkunft erfahren.Ein Roman über unsere soziale Zukunft: Die völkisch-rechtspopulistischen Parteien regieren Europa, doch angesichts eines entgrenzten Marktfundamentalismus bedeutet das nicht viel. Jeder kämpft nur für sich selbst. Eine durchgehende staatliche Verwaltung existiert nicht. Die EU ist nur mehr Vasall eines übermächtigen Chinas, dazu eingezwängt zwischen USA und Russland, die beide von totalitären Machthabern beherrscht werden und sich in kriegerischer Konkurrenz gegenüberstehen. Allen Menschen ist ein Chip implantiert (die sogenannte Interier Console [IC]), durch den sie beständigen Zugang zum Allnetz haben. Mittels 3-D-Druckern stellen sie fast alle Gegenstände des täglichen Bedarfs selbst her, wenn sie sich das leisten können. Denn Jobs und damit die Möglichkeit, etwas über die karge Grundsicherung hinaus verdienen, gibt es wenige. Androiden und genetisch erzeugte Klon-Spezialisten sorgen für zusätzlichen Druck auf dem stark reduzierten Arbeitsmarkt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.07.2026
Oliver Jungen zieht nicht viel Hoffnung aus Enno Stahls dystopischem Sci-Fi-Roman, der im Köln des Jahres 2053 spielt. Trotz Hirnchips, Robotern, Flammenwerfern, Essen aus 3-D-Druckern und allerhand anderem Genrekitsch bleibt unsere Gegenwart für Jungen immer gut erkennbar, das heißt kapitalistische Ausbeutung, Rassismus, Oberklassendekadenz und Chinadominanz. Die zwei aufeinander zulaufenden Handlungsstränge, ein Mann auf Identitätssuche und die Ermittlungen im Fall eines geklonten Babys, findet Jungen gewitzt und rasant arrangiert, auch wenn die Handlung ihm mitunter etwas zu stereotyp daherkommt.
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