Deutsch - Englisch. Essays von Alfred Lichtblau und Margit Zuckrigl.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.02.2005
Rezensent Ulf Erdmann Ziegler ist beeindruckt: Ernst Haas breitet in seinem Bildband über Wien nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges die Geschichte als psychische Collage aus. Seine Fotografien zeigen die zerstörte Stadt Wien als Ruine, in der sich menschliche Szenen, etwa das Warten auf die Russlandheimkehrer am Bahnhof, abspielen. Beides verknüpft Haas so, als sei das Ganze choreografiert, lobt der Rezensent. Zugleich ist er erleichtert darüber, dass Haas, ganz im Gegenteil zu Kollegen in Köln, München und Dresden, auf "barocke Metaphern" verzichtet und wie ein von fern angereister Reporter die Stadt unter die Lupe nimmt: die Trümmer, die Heimkehrer, die Obdachlosen, die Hamsterer, die Verkrüppelten. Dennoch bleibe die Verdrängung der Schuld in den Bildern permanent spürbar, die Leidenden werden nicht entlastet durch ihr Leiden. So erinnert auch der Anhang folgerichtig daran, dass hier nicht die tatsächlichen Opfer des Krieges gezeigt würden, deren Rückkehr viel weniger fotografische Aufmerksamkeit erregte.
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