Aus dem Englischen von Kirsten Riesselmann. Mitten unter uns riskieren Eltern die Gesundheit und das Leben ihrer Kinder - in dem Glauben, sie zu schützen. Doch warum ruft das Impfen solche Angst hervor? Eula Biss geht dem Phänomen der Impfparanoia auf den Grund. Indem sich die junge Mutter in die Position der Impfgegner einfühlt, lässt sie uns verstehen, wie deren Irrglaube an eine umfassende natürliche Immunität des Körpers so stark werden konnte. Dabei tastet sich Eula Biss vorsichtig voran. Sie verwebt Exkurse in die Medizin- und Wissenschaftsgeschichte sowie autobiografische Bekenntnisse zu einem Buch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.03.2016
Rezensentin Martina Lenzen-Schulte spürt die Hysterie und die Sorge der Autorin um ihr Baby, wenn diese, ausgehend von eigenen Erlebnissen, Gedanken und Gefühlen, Aspekte des Impfens behandelt. Ob Eula Biss damit skeptischen Eltern die Angst vor dem Impfen nehmen wird, möchte die Rezensentin bezweifeln, auch wenn die Autorin sich klar für das Impfen ausspricht. Gedankensprünge und Informationen aus zweiter Hand prägen laut Rezensentin ein Buch, das sich an den amerikanischen Verhältnissen orientiert, nicht an den deutschen, wie Lenzen-Schulte ausdrücklich betont. Um Eltern den Sinn von Impfungen zu erläutern, scheint ihr das Buch nicht besonders geeignet.
Begeistert zeigt sich Peter Praschl vom neuen Werk der US-Autorin Eula Biss. Das klar definierte Ziel des Sachbuchs sei es, Impfskeptikern ihre Vorbehalte zu nehmen und sie vom Segen der Immunisierung zu überzeugen. Zu diesem Zweck krieche Biss "tief in die Ängste der Impfgegner hinein, infiziert sich gleichsam mit ihnen", statt von oben herab zu argumentieren, wie der Kritiker lobend hervorhebt. Medizinische Erkenntnisse, Kulturhistorisches sowie eigene Erfahrungen webe die Autorin zu einem klugen Text zusammen, der in den USA bereits begeistert besprochen und von Bill Gates sowie Mark Zuckerberg empfohlen worden sei, wie Peter Praschl zu berichten weiß. Der Rezensent geht auf einige Details der Impfthematik selbst näher ein und zeigt sich in jeder Hinsicht angesteckt von diesem Essay.
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