Bernd Ingmar Gutberlet

Heimsuchung

Seuchen und Pandemien: Vom Schrecken zum Fortschritt
Cover: Heimsuchung
Europa Verlag, München 2021
ISBN 9783958904262
Gebunden, 368 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Bei aller Heimsuchung und allem Schrecken ist die Geschichte der Seuchen eine Erfolgs- und Fortschrittsgeschichte, und das nicht nur medizinisch. Unsere heutige Lebenserwartung verdanken wir nicht zuletzt den mit Pandemien gemachten Erfahrungen.Viele Seuchen schrieben sogar große Geschichte - im Guten wie im Schlechten. Während sich die Masern als unsichtbare Unterstützer bei der Eroberung der Neuen Welt einen unrühmlichen Namen machten, wurden gegen die Pocken zum ersten Mal Impfungen eingesetzt und wiederholte Cholera-Ausbrüche führten dazu, dass in den Städten verbesserte Hygienekonzepte Einzug hielten. Bei der Spanischen Grippe 1918 hingegen versagten die meisten Staaten beim Schutz der Menschen weitgehend. Viele Einzelaspekte aus der Seuchengeschichte kommen uns heute nur allzu bekannt vor: von Verschwörungstheorien und rabiaten Schutzmaßnahmen über Lockdown und Impfgegner bis hin zum mutigen und aufopferungsvollen Einsatz für Kranke und andere Leidtragende und der Fähigkeit, als Gesellschaft zusammenzustehen und der Herausforderung zu trotzen. Bei allem damit verbundenen Leid profitieren wir auch in der Corona-Pandemie von den Lehren aus der Seuchengeschichte. Durch die Rückschau auf vergangene, überstandene Pandemien bekommen wir einen Blick auf die Gegenwart, der nicht nur erhellend, abwechslungsreich und unterhaltsam, sondern auch bestärkend ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.02.2022

Rezensent Burkhard Müller liest das Buch des Historikers Bernd Ingmar Gutberlet mit Interesse. Pest, Pocken, Cholera und andere Plagen schildert ihm der Autor mit besonderer Beachtung der Auseinandersetzungen um Impfungen und mit Leugnern. Für Müller zeigen sich mitunter verblüffende Parallelen zur Gegenwart, aber auch, dass jede dieser Krisen einen "Modernisierungsschub" zur Folge hatte. Wenn der Autor hier von einem Lernprozess spricht, hat Müller allerdings Einwände. Lernen setzt Freiheit voraus, meint er. Dass wir in gewisser Weise auf den Schultern der vielen Pest- und Tuberkulose-Toten der Geschichte stehen, wie es der Autor nahelegt, möchte Müller jedoch nicht bestreiten.

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