Über die Wissenschaften wird derzeit gestritten: über ihre Ergebnisse, ihre Methoden und ihre Praktiken. Das ist ihrer gesellschaftlichen Bedeutung angemessen, führt aber zu einem gefährlich verkürzten Verständnis, als gäbe es nur die eine Wissenschaft. Gegen die Leugnung "der Wissenschaft" errichten ihre Verteidiger*innen ihrerseits ein Ideal, das Wissenschaft gegen Kritik immunisiert, ihre Vielfalt verdeckt und Wissenschaftsleugner*innen in die Hände spielt, da ihm keine Forschungspraxis entspricht. Gegen dieses schädliche Ideal plädiert Frieder Vogelmann für ein realistisches Verständnis wissenschaftlicher Praktiken.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.02.2024
Rezensent Miguel de la Riva liest Frieder Vogelmanns Essay als willkommenen wie verständlichen Überblick über die jüngere Debatten um das Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit. Vor dem Hintergrund einer um ihre Legitimation kämpfenden Wissenschaft gelingt es dem Autor laut Rezensent zu zeigen, inwiefern sogar ihre Verteidiger der Wissenschaft mitunter einen Bärendienst erweisen. Dagegen empfiehlt der Autor überzeugend wie elegant einen Blick auf die "soziale Genese" wissenschaftlicher Erkenntnisse und stellt verschiedene Denktraditionen einander gegenüber, erklärt der Rezensent.
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