Der Privatisierungsprozess, den die Tschechische Republik in den 1990er-Jahren durchlief, ist auch als "tschechischer Weg" bekannt. Eva Schäffler schildert diesen Weg jedoch jenseits bestehender Sonderwegs- und (Miss-)Erfolgsnarrative. Bereits vor der Samtenen Revolution gab es staatliche Wirtschaftsreformen sowie Reformszenarien. Die Autorin widmet sich zudem ungeplanten Entwicklungen und Konflikten, die sich bei der Restitution, der Privatisierung kleiner und der Privatisierung großer Betriebe ergaben. Mit den deutsch-tschechischen Joint Ventures Volkswagen und Škoda sowie Continental und Barum wird die internationale Dimension der tschechischen Privatisierung beleuchtet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.10.2023
Für Rezensent Thomas Lindenberger ist Eva Schäfflers Monografie über Tschechiens Weg in die Marktwirtschaft eine "konzise" Basis politikgeschichtlicher Art für weitere Arbeiten. Auch wenn Schäffler nicht zu allen Kontroversen zum Thema abschließende Antworten bereithält, bietet der Band laut Lindenberger doch sorgfältige Recherche und gute Lesbarkeit sowie einen Einblick in die Vorgänge der Privatisierung und ihrer Akteure. Zuvor zeigt Schäffler die Entwicklung vom Staatssozialismus über die Restitution von Vermögen bis zur Öffnung nach außen, erklärt der Rezensent. Insbesondere die Darstellung der Eingliederung von Skoda in den VW-Konzern findet Lindenberger spannend.
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