Lügen ist nur allzu menschlich. Tatsache ist, dass wir alle es tun. Lügen ist ein Schlüssel zur menschlichen Natur. Die Wahrheit ist: Wir lügen alle. Schon Diogenes schritt auf der Suche nach einem wirklich ehrlichen Menschen durch die Straßen - am hellichten Tag mit einer brennenden Laterne. Der scharfsinnige Wanderlehrer wollte damit zeigen: Alle Menschen lügen, wenigstens gelegentlich, und sei es nur, um sich selbst oder auch die Wahrheit zu schützen. Lustvoll nimmt Evelin Sullivan sich der verbreitetsten aller menschlichen Schwächen an und bringt Licht in unser Verhältnis zu Täuschung, Lüge und Betrug.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.10.2004
Ein "charmantes Buch" über das Lügen erblickt Rezensent Florian Welle in Evelin Sullivans "Lügen, nichts als Lügen". Er bescheinigt der Autorin eine Sympathie für jene Spezies von Lügnern, die ihre Mitmenschen auf kecke Art von der Unwahrheit überzeugen wollen. Zur Freude Welles bringt sie zahlreiche Beispiele von großen Lügnern aus Literatur und Geschichte, die Einfallsreichtum, Phantasie und Finesse bewiesen. Der Rezensent hebt hervor, dass sich Sullivan von jenen Lügnern distanziert, die aus niedrigen Beweggründen lügen - um sich Vorteile zu verschaffen oder ihre Mitmenschen zu manipulieren. Sullivan schneide eine Vielzahl von Themen an. So setze sie sich etwa mit dem Gottesurteil im Mittelalter ebenso auseinander wie mit dem Phänomen des Selbstbetrugs in der Psychologie. Das macht ihr Buch nach Ansicht Welles "kurzweilig", lässt es aber zugleich gelegentlich etwas "oberflächlich" wirken.
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