Aus dem Englischen von Michaela Grabinger. Mit dem Tod ist alles vorbei? Mary Roachs Leichen beweisen das Gegenteil. Statt sich einfach mit dem Unausweichlichen abzufinden, machen sie sich auf unterschiedlichste Weise nützlich. Seit Jahrhunderten assistieren Leichen bei wissenschaftlichen Experimenten und machen auf ihre eigene stille und bescheidene Art Geschichte. Sie testeten die ersten Guillotinen, überprüften die Echtheit des Turiner Grabtuchs und ließen sich schließlich sogar in den Weltraum katapultieren. Die wahren Helden unter den Leichen aber sind die Organspender.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.09.2005
Mary Roach, vermeldet Dorion Weickmann, öffnet "ein Geheimfach der Moderne - und das mit manchmal geradezu teuflischer Akribie". Leichenfledderei im Dienste der Medizin, so könnte man es nennen. Oder auch: Was alles mit uns passieren kann, wenn wir keinen Mucks mehr machen. Drei Jahre lang war die Amerikanerin überall, wo Leichen waren und hat dabei "nichts, aber auch gar nichts ausgelassen". Dementsprechend hatte Weickmann beim Lesen gelegentlich das Gefühl, sich dringend die Nase zuhalten zu müssen, fühlte sich aber zugleich gut aufgeklärt. Dabei ist Roachs Buch gar keine Enthüllungsschrift, eher eine "kundige und humorvolle" Reportage aus der Welt zwischen Pathologie und Bestattungsinstitut. Vor "Risiken und Nebenwirkungen" sei gewarnt. Und vor dem manchmal dann doch "unerträglich sarkastischen" Plauderton.
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