Felicitas Korn

Drei Leben lang

Roman
Cover: Drei Leben lang
Kampa Verlag, Zürich 2020
ISBN 9783311100256
Gebunden, 304 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Sie wollen nach Spanien fahren. Wie jedes Jahr. Die langersehnten Sommerferien. Doch dann kommt alles anders. Ein entgegenkommendes Auto. Eine Tunnelwand. Der Unfall macht Michi und Xandra zu Vollwaisen. Sie haben keine Verwandten, die Jugendfürsorge ist überfordert, den Geschwistern droht die Unterbringung in verschiedenen Heimen. Michi ist zwar erst vierzehn, will die Sache aber selbst in die Hand nehmen, sich um seine kleine Schwester kümmern, ein gemeinsames Zuhause für sie beide finden. Seine größte Hoffnung: Aziz, Automechaniker und langjähriger Freund ihres Vaters. Und nicht nur Michi sucht Hilfe bei Aziz. Auch der King, in illegale Geschäfte verstrickt, und Loosi, der gegen den Alkohol kämpft und die Liebe sucht, hoffen auf seine Unterstützung. Und ein paar falsche Entscheidungen später zeigt sich: Ihre Schicksale sind unauflösbar miteinander verbunden.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 17.07.2020

Rezensentin Shririn Sojitrawalla mag vor allem den Schreibstil von Felicitas Korn, die hier von drei strauchelnden Männern erzählt: einem elternlosen Teenager, einem Alkoholiker und einem Drogendealer, alle drei autobegeistert und im Kampf mit sich selbst. Dabei geht das, was Korn erzählt, nicht weit über das Offensichtliche hinaus, meint Sojitrawalla, aber wie sie das tue, gefällt der Rezensentin: temporeich, in knappen Sätzen, mit Cliffhangern und einem ganz eigenen Ton für die verschiedenen Protagonisten, lobt sie. Obwohl es zuweilen auch um toxische Männlichkeit gehe, merkt die Rezensentin dem Roman auch eine große Sympathie für seine Figuren an, und verweist gerne auf die "faustdicke Überraschung" am Ende.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.07.2020

Rezensent Andreas Platthaus hofft auf die baldige Fertigstellung der Verfilmung von Felicitas Korns ursprünglich als Dehbuch gedachtem Roman. Dass die Autorin lebendige Dialoge schreiben kann, merkt er sofort beim Lesen der Story dreier jugendlicher Freunde zwischen Familiendrama und Alkoholsucht. Andererseits treibt es Korn bei den Erzählerstimmen dann etwas zu bunt, meint er, und die Dramatik im Text wird unglaubwürdig. Ansonsten überzeugen Platthaus die szenische Anlage der Geschichte und ein Clou, den er sich schon gut auf der Leinwand oder der Mattscheibe vorstellen kann.
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