Hiroshima - der Name der Stadt ist zu einem Symbol der Bedrohung der Menschheit durch sich selbst geworden. Warum die Atombombe abgeworfen wurde, wem der Abwurf nützte, wer die Leidtragenden waren und was mit den Überlebenden geschah - diese Fragen traten darüber in den Hintergrund. Mit ihnen beschäftigt sich dieses Buch. Florian Coulmas schildert die Hintergründe und Mythen dieser einzigartigen menschlichen Katastrophe. Er legt das moralische Dilemma offen, das mit dem Einsatz dieser Waffe verbunden war und zeigt, wie die Zensur der amerikanischen Besatzungsmacht nach dem Krieg dazu führte, dass die Geschichte von Hiroshima bis auf den heutigen Tag sehr einseitig erinnert wird.
Hiroshima bedeutet vieles, je nach Perspektive, und Sven Hansen ist der Ansicht, dass es dem Japanologen Coulmas hervorragend gelungen sei, diese Unterschiede in der Betrachtungsweise zwischen Siegern und Verlierern aber auch innerhalb dieser Gruppen selbst herauszuarbeiten. Doch beschränkt sich der Autor nicht nur auf diese Kontraste, sondern analysiert zudem die amerikanischen Motive für den Abwurf, die weniger in militärischen als in politischen Überlegungen zu finden seien, und den Umgang mit den Geschehnissen seitens des offiziellen Japan und der offiziellen USA und setzt sich darüber hinaus mit der kulturellen Aufarbeitung des Gedenkens in Japan wie in den USA auseinander. So sei Coulmas eine "erfreulich knappe Darstellung", eine "gute Übersicht" und eine "gute Einordnung" mit aktuellen Bezügen gelungen, stellt der Rezensent erfreut fest.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.08.2005
Eine "bewundernswerte Leistung" sieht Rezensent Jürgen Zimmerer in diesem Buch, in dem Florian Coulmas', welch unterschiedliche Erinnerungsgeschichten sich in Japan und den USA zum ersten Atombombenabwurf in der Weltgeschichte herausgebildet haben. So zeigt er einerseits, wie Japan sich nach der Zerstörung Hiroshimas und Nagasakis als Opfer des Zweiten Weltkriegs stilisierte und die eigenen Kriegsverbrechen verdrängt. Andererseits schildert er, wie sich in den USA die Überlieferung durchsetzte, nach der die Atombombe den Krieg verkürzt habe und somit eine immer stärkere positive Deutung erfahre.
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