Wer hat Angst vor Niketown? zeigt auf, wie urbaner Raum durch Nike in eine neue Markenstadt verwandelt wird. In seinen Analysen weiß Friedrich von Borries dies überraschend konkret vor Augen zu führen. Er verfährt nicht nur analytisch, sondern unternimmt auch spekulative Exkursionen in die Zukunft - gerade dadurch gewinnen seine detaillierten Annalysen der gegenwärtigen Marketingstrategien an Kraft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.02.2005
In "Wer hat Angst vor Niketown" spürt Friedrich von Borries der Logik der Marketingkampagnen von Nike und ihren Folgen für den "urbanen Raum" nach, teilt Jens Bisky mit, dem das Buch wegen seiner "präzisen und raschen" Argumentation gut gefallen hat. Der Autor, selbst Architekt, führt vor, wie "Nike versucht, mit seinen Marketingstrategien in städtische "Gegenkulturen" und die "Subkultur" einzudringen, und er tut dies "unbeirrt kapitalismusskeptisch", dabei aber auch erfreulich "gegenwartszugewandt", so der Rezensent angenehm berührt. Die Darstellung einer möglichen Gegenbewegung zur derartigen Marktstrategien, in dem der Autor zu "Counter-Camourflage" und "Radikalopportunismus" rät, hätte sich Bisky allerdings etwas eingehender gewünscht, denn es genügt seiner Ansicht nach keineswegs, dem Konzern "exzessive Gewissenlosigkeit" entgegenzusetzen. Trotzdem, räumt Bisky ein, in diesem Essay wird nach einem "zeitgemäßen Architekturverständnis" gefragt, was er schon sehr lobenswert findet.
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