Aus dem Englischen von Boris Greff, Max Herresthal und Matthias Marx. "Weihnachten ist ein echtes Zeugnis für den Anfang des Christentums; ein Anfang, der nicht endet." - Mit diesem typischen Paradoxon beschreibt Gilbert Keith Chesterton den einzigartigen Rang des Festes, gleichzeitig betont er den nicht enden wollenden Strom der Konsequenzen aus diesem Grunddatum der Christenheit. Ebenso aber auch den schier endlosen Strom seiner eigenen Gedanken zum Christfest: "Selbst wenn ich meine Leser unablässig und endlos mit diesem Gegenstand gelangweilt habe, kann ich ehrlich sagen, dass ich mich selbst nie dabei gelangweilt habe."
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.12.2009
Dass man G. K. Chesterton heute nurmehr als Autor des "Father Brown" kennt, ist für Alexander Kissler ein Versäumnis, weshalb es ihn freut, dass dieser Band mit kurzen Texten zu Weihnachten den Autor als streitbaren Dichter wieder entdecken lässt. Der 1936 gestorbene Autor hat sich wiederholt über das Weihnachtsfest Gedanken gemacht und angeprangert, dass dieses Fest der Freude nicht mehr zwölf Tage lang (bis zum Dreikönigstag) begangen wird, sondern auf einen einzigen, häufig in leerer Routine erstarrten Moment reduziert wird. Für den Rezensenten lesen sich die Texte, die zwischen 1910 und 1935 entstanden sind und damit Chestertons Konversion vom anglikanischen zu römisch-katholischen Glauben einklammern, mit ihrer Kritik an hohlem Konsum sehr aktuell. Und wenn ihn auch manchmal das Gefühl beschleicht, der Autor sonne sich ein wenig zu sehr in seiner eigenen Scharfsinnigkeit, hat ihn besonders Chestertons Betonung von Weihnachten als einer Zeit ausgelassener Freude sehr eingenommen.
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