Die größte Herausforderung beim Entwerfen eines Hauses ist es, ein Gleichgewicht zwischen Ästhetik und den persönlichen Wünschen der Bewohner zu finden. Während es einerseits wichtig ist, dass das Gebäude die Vision und den Stil des Baumeisters widerspiegelt, muss sich andererseits der Bauherr unter diesem Dach zu Hause fühlen. Es ist daher besonders interessant, einmal jene Häuser zu betrachten, die Architekten für sich selbst entwerfen. Wenn Häuser die Persönlichkeit ihrer Eigentümer reflektieren, dann gleicht das Haus eines Architekten seiner Autobiografie. Standort, Grundriss, Stil, Beleuchtung, Kunst, Einrichtung jede Einzelheit fügt der Geschichte neue Nuancen hinzu. Jedes dieser Wohnhäuser, die von A bis Z nach Architekten geordnet sind, sagt mehr über seinen Baumeister aus, als jedes andere Gebäude es könnte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.05.2013
Wenn es um die - längst zum Klischee gewordenen - Kleinkriege zwischen Architekten und ihren Auftraggebern geht, halten die künstlerischen Naturen gern etwas tyrannisch an ihrer jeweiligen Philosophie fest, erklärt Laura Weißmüller. Dass sie es mit ihren eigenen vier Wänden dann oft anders halten, lernt die Rezensentin nicht ohne linde Enttäuschung in Gennaro Postigliones üppigem Bildband "Wie Architekten wohnen". Abgesehen von Günther Domenig etwa wohnen nur wenige in einem "dekonstruktivistischen Wutausbruch", bemerkt sie beruhigt, die allermeisten Architekten sind in ihrem Zuhause mehr Bewohner als Künstler, die Häuser sind aufgeräumt, klar, offen und insgesamt eher zurückhaltend, beschreibt die Rezensentin. Hundert Bauten sind in Postigliones Buch mit jeweils mehreren Bildern vertreten, inklusive Grundriss, und mit kurzen Beschreibungen bedacht. Die fallen allerdings leider ziemlich artig aus, bedauert Weißmüller.
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