Aus dem Englischen übersetzt von Irma Wehrli. Mit einem Nachwort von Hanjo Kesting. Wer braucht die Erde, wenn er den Himmel erobern kann? Clotilde und Sigismund sind wild entschlossen, die Welt aus den Angeln zu heben. Berauscht nicht nur von ihrer wechselseitigen Zuneigung, berauscht auch vom idealistischen Sendungsbewusstsein und der eigenen Großartigkeit, verlieren sie immer mehr den Sinn fürs Mögliche. Mit der Kraft einvernehmlichen Wollens sollen die herrschenden Verhältnisse in die Knie gezwungen werden, und alles außer deren bedingungsloser Kapitulation wäre Schmach. Genau die droht jedoch, als sich Clotildes Eltern weigern, ihre Tochter einem politischen Hasardeur zur Frau zu geben. Der deutsch-jüdische Sozialreformer Ferdinand Lassalle gab die historische Vorlage für Merediths männlichen Helden ab.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.06.2008
Erfreut zeigt sich Werner von Koppenfels über diese Ausgabe von George Meredith' (1828-1909) Roman über den Arbeiterführer Ferdinand Lassalle aus dem Jahr 1880. Mit der neuen Übersetzung von Irma Wehrli ist er allerdings nicht ganz glücklich. Er beschreibt den Roman als eine psychologische Studie über das Thema der "Asymmetrie der Liebe zwischen Mann und Frau", hebt besonders die gekonnte Dramaturgie des Werks hervor, das sich auf die letzten Monate von Lassalles Leben konzentriert und vor allem auf seine tragische Beziehung zu einer Frau, die schließlich zu seinem Tod bei einem absurden Duell mit deren Verlobten führt. Außerdem würdigt er Meredith als "Stilist von hohen Graden", verschweigt aber auch nicht dessen gelegentliches Abgleiten ins Manieristische und die Vorliebe für den "ungewöhnlichen Ausdruck". In diesem Zusammenhang kritisiert er die Übersetzung von Wehrli, die seines Erachtens die "Wucherungen" von Merediths "seelenzergliedernden, ausufernden Stil" zu sehr bereinigt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.07.2007
Yvonne Bauer erzählt genüsslich die wild-leidenschaftliche Liebesgeschichte von Sigismund Alvan und Clotilde von Rüdiger nach, die am Widerstand ihrer Eltern scheitern und den Angebeteten tragisch im Duell mit seinem kümmerlichen Nachfolger sterben lässt, um erst am Ende ihrer Kritik zu enthüllen, dass es sich bei dem Roman des viktorianischen Autors George Meredith um eine historisch belegte Geschichte handelt. Das "Rätsel" der scheiternden Liebesbeziehung löst auch der Autor trotz des Versprechens, "neues Licht" auf die Sache zu werfen, nicht, dafür gelingt es ihm, den Wirbel der Leidenschaften dieses außergewöhnlichen Paares einzufangen, so die Rezensentin fasziniert.
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