3 CDs, 225 Minuten. Ungekürzte Lesung von Hans Korte. Mit "Animal Farm" schuf George Orwell eine Satire auf das Diktatorenwesen und die Auswüchse eines Massenstaates. Diese Fabel des 20. Jahrhunderts zeigt die Geschichte einer fehlgeschlagenen Revolution, nach welcher der ursprüngliche Zustand wieder erreicht ist. Orwell hatte das Werk als anti-stalinistische Satire konzipiert, um die englische, gegenüber Josef Stalin (1878-1953) unkritische Öffentlichkeit über die "Korruption der ursprünglichen Idee des Sozialismus" in der Sowjetunion aufzuklären. Der Satz "Alle Tiere sind gleich, aber einige Tiere sind gleicher als andere", der das anfängliche Gleichheitsstatut der an sich solidarischen Tiere im letzten der zehn Kapitel in die Restauration eines Zweiklassensystems zurücksinken lässt, wurde zum geflügelten Wort. Auf der Herren-Farm von Mr. Jones planen die Tiere einen Aufstand gegen ihren Besitzer. Die Idee der Revolution hegt ein alter Keiler namens Old Major, der den Ausbeuter Mensch vertreiben und den Tieren die Produkte ihrer Arbeit zukommen lassen will. Kurz darauf stirbt Old Major, unter der Führung der Schweine Schneeball und Napoleon gelingt die Vertreibung von Jones. Die Herren-Farm wird in die Farm der Tiere umbenannt und Napoleon und Schneeball übernehmen die Leitung. Das Gebot, dass alle Tiere gleich sind und sechs weitere Gebote werden postuliert, die aber bald umgedeutet werden. Schneeball und Napoleon liegen bald im Streit miteinander, letzterer vertreibt mithilfe einer Gruppe scharfer Hunde Schneeball und lässt sich immer mehr verherrlichen. Die Schafe benutzt er als jubelnde Hurra-Schreier. Napoleon räumt den Schweinen schließlich Sonderrechte ein, da sie die Denkarbeit leisten...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.01.2009
Erst einmal fasst Rezensent Gerhard Stadelmaier die von George Orwell für seine Kommunismus-Fabel vorgenommenen Übertragungen zusammen, vom Farmer Mr. Jones als Zar Nikolaus bis zu Schwatzwutz als Molotow. Wie recht Orwell hatte, findet Stadelmaier, und wie langweilig das auch ist, weil überaus durchsichtig gemacht. Eben darum, betont Stadelmaier, kommt es in einer gelesenen Fassung auf die richtige Stimmung und Stimme an. Und weil eben Sprecher Hans Korte klug genug sei, hier nicht Urteile fällend zu sprechen, sondern alles klingen lässt, als geschehe es gerade jetzt zum ersten Mal, rettet er für den Rezensenten die allzu "geheure" Begebenheit ins "Ungeheure" des Novellistischen. So macht er, preist Stadelmaier des Vorlesers Leistung, sichtbar, was bei Orwell hinterm Fabelhaften verschwand: "individuelle Schicksale".
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