Aus dem Französischen von Claudia Steinitz. Eine junge Frau steht vor dem Nichts. Nach einem Zusammenbruch ist sie in der Psychatrie, auf der anderen Seite des Lebens gelandet. Hier werden ihr starke Medikamente verabreicht, und jeden Morgen wird sie mit einem Glas Marmelade gefüttert - damit der Appetit wiederkommt. Völlig aus dem Leben geworfen, muss sie die Leere und die Sprachlosigkeit aushalten. Nicht zu wissen, was mit ihr werden wird. Warten, dass ein Ende des Tunnels in Sicht kommt. Nach Wochen entstehen wie durch ein Wunder erste Momente: Sie entdeckt die anderen, nähert sich Robert, der trotz seines Traumas die Sprache nicht verloren hat. Gemeinsam brechen sie auf zu jener seltsamen Bar unter Bäumen, wo man das normale Leben spielt, oder sie liegen des Abends auf dem Rasen der Klinik - als wären sie in den Ferien.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.06.2011
Marting Zingg zeigt sich beeindruckt von Ghislaine Dunants viertem Roman "Ein Zusammenbruch". Es handelt sich dabei um die Geschichte einer jungen Frau, die an einer schweren Depression erkrankt, wie der Rezensent mitteilt. Die Protagonistin selbst fungiert dabei als Ich-Erzählerin. Wo und wann es angefangen hat, vermag sie nicht zu sagen, und dass sie jemals wieder zu einer selbständigen Lebensführung imstande sein wird, kann Zingg allenfalls erahnen. Eine "schmerzhafte" Lektüre sei dieses Buch, in dem Dunant ihre eigene, allerdings inzwischen Jahrzehnte zurückliegende Leidensgeschichte verarbeitet, so Zingg. Besonders angetan hat es ihm die Sprache, zu der die Autorin hier gefunden hat. Sein "tastender, immer offener Duktus", der zudem auf Effekthascherei gänzlich verzichtet, macht den Roman in den Augen des Rezensenten zu einem gelungenen Rekonstruktionsversuch des Krankheitsbildes.
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