Gideon Botsch, Christoph Kopke, Karsten Wilke

Rechtsextrem: Biografien nach 1945

Cover: Rechtsextrem: Biografien nach 1945
De Gruyter Oldenbourg Verlag, Berlin 2023
ISBN 9783111008707
Gebunden, 485 Seiten, 69,95 EUR

Klappentext

Der Rechtsextremismus begleitet die Geschichte der Bundesrepublik seit ihren Anfängen. Dazu gehören u.a. Parteien, im Hintergrund arbeitende Kulturorganisationen, Jugendbünde, aber auch militante und terroristische Gruppierungen. Die Existenz vielfältiger Organisationen und Zusammenschlüsse, ihre inhaltliche Ausrichtung und die Vernetzung untereinander waren und sind in hohem Maß auch durch das Engagement einzelner Akteure und Akteurinnen geprägt. Der Band versammelt biografische Studien zu 24 einschlägigen Protagonistinnen und Protagonisten des bundesdeutschen Rechtsextremismus. Der akteurszentrierte Ansatz vertieft die geschichtswissenschaftlichen Erkenntnisse über diese "besondere politische Kultur" (Peter Dudek/Hans-Gerd Jaschke) in Deutschland. Die vorgestellten Lebensläufe stehen exemplarisch für unterschiedliche Alterskohorten, Sozialisationsverläufe und politische Ausrichtungen im rechtsextremen Milieu. Gleichzeitig führen sie eindrücklich vor Augen, in welcher Weise politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen die "Erfolgsfähigkeit" der hier vorgestellten Akteurinnen und Akteure mitbestimmten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.03.2024

24 "kompakte" Kapitel über zentrale Akteure der rechtsextremistischen Szene nach dem Krieg haben die Autoren in ihrem Band versammelt, in dem Rezensent Harald Bergsdorf ein wichtiges Instrument zur "Aufhellung" dieses immer noch nicht ausreichend erforschten Feldes sieht. Die Porträts von wichtigen Figuren wie den NPD-Mitbegründer Adolf von Thadden oder den Neonazi Jürgen Rieger wollen vor allem die "ideologische Sozialisation" nachvollziehen und nehmen daher das persönliche Umfeld der Personen genauer unter die Lupe, um typische Verhaltensmuster und Einflüsse aufzudecken, erklärt Bergsdorf. In ihre Beobachtungen fließen auch persönliche Dokumente wie Tagebucheinträge oder Verhörprotokolle ein, so Bergsdorf, gestützt werden die Beobachtungen durch eine breites Spektrum an Sekundärliteratur. Etwas verwundert ist der Rezensent, dass sehr einflussreiche Akteure wie wie Otto Ernst Remer oder Gerhard Frey ausgelassen wurden, er sieht hier aber dennoch einen wichtigen Beitrag zur Erforschung des Rechtsextremismus.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Beliebte Bücher

Jana Hensel. Es war einmal ein Land - Warum sich der Osten von der Demokratie verabschiedet. Aufbau Verlag, Berlin, 2026.Jana Hensel: Es war einmal ein Land
In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Norbert Gstrein. Im ersten Licht - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Norbert Gstrein: Im ersten Licht
Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes…
Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…