Aus dem Englischen von Ulrich Blumenbach. Nick Karolides soll die Korallenriffe vor Sansibar schützen. Zwischen ihm und Miranda Powers, einer Sicherheitsberaterin der US-Botschaft, entspinnt sich bald mehr als eine Romanze. Sie entdecken die paradiesische Insel Lyly, die einer Gruppe fanatischer Moslems als Basislager dient - unter ihnen der 17jährige "Gotteskrieger" Khaled al-Khidr. Foden verwebt den Aufstieg des Jungen in der al-Qaida-Hierarchie mit dem Schicksal des CIA-Agenten Jack Queller. Er hatte bin Laden persönlich ausgebildet und protegiert und zählt zu den wenigen, die die drohende Gefahr einzuschätzen wissen...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.10.2004
Giles Foden kann ja ganz gut erzählen, meint Andreas Obst - nur schade, dass er ein Drehbuch geschrieben hat, anstatt seinen Stoff mit der Imagination des Schriftstellers zu weben. Und eine "eigene Wirklichkeit" kann auch ein Roman haben, der von historischen Tatsachen erzählt - hier sind das die Anschläge auf die amerikanischen Botschaften in Nairobi und Daressalam 1998. Folglich tritt auch auf: Osama bin Laden, als "der Scheich". Fehlt noch die Geschichte, aber die kommt erst nicht so richtig in Gang, meint Obst, um dann sang- und klanglos unterzugehen. Interessant ist, wie er das beschreibt: "Am Ende müssen die losen Enden der Erzählstränge zwischen Orten und Zeiten kurzerhand abgefackelt werden, und es öffnet sich eine Art schwarzes Loch. Darin zerfällt der Roman wie ein Souffle, das man zu früh aus dem Ofen geholt hat."
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 29.07.2004
Einen "packenden Roman" hat Giles Foden aus "Fakten und Fiktion" und einer Spur "Kolportage" geschmiedet, gesteht Rezensent Uwe Stolzmann. In dem Buch, das das al-Qaida-Attentat im tansanischen Dar es Salaam schildert, verknüpft der Autor die "biografischen Fäden" zahlreicher Protagonisten wie beispielsweise Osama bin Ladin zu einem "beeindruckenden Gobelin". Am Ende der Geschichte überleben die Guten, die Bösen sterben und die, die bereuen, dürfen auf "Erlösung hoffen". Damit zeichne sich Giles Foden klar als "Moralist" aus und fordert sein Publikum deutlich auf, gegen die erneute Kolonisierung des "dunklen Kontinents" vorzugehen. Auch wenn der Rezensent Giles Foden das "nötige Handwerkszeug" für einen Roman über den al-Qaida-Terror grundsätzlich zuspricht, so stören ihn dennoch die deutlichen "stilistischen und inhaltlichen" Schwächen.
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