Nach dem Tod ihrer Mutter Edith stößt Gisela Heidenreich auf eine Sammlung sorgsam versteckter Liebesbriefe: ein jahrelanger Briefwechsel mit einem Geliebten, der Pseudonyme und Deckadressen benutzte. Wer war dieser Mann mit den vielen Identitäten? Welche Rolle spielte er im Leben der Mutter? Und vor allem: Was verbarg ihre Mutter vor ihr? Gisela Heidenreich macht sich auf die Suche nach dem heimlichen Leben einer ihr fremden Frau.Deutschland und Italien nach dem Krieg, die Zeit des Neuanfangs auch für Edith. Doch die Schatten der jüngsten Vergangenheit zwingen sie zu einem Doppelleben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.04.2007
Schon einmal hat der Historikerin Gisela Heidenreich die Geschichte der Mutter Edith Heidenreich zum Anlass gedient, ein Kapitel der jüngeren deutschen Geschichte, nämlich das Lebensbornprojekt der Nationalsozialisten, zu beleuchten, erinnert Linda Benkner. In ihrem neuen Buch schildert die Autorin die Liebesgeschichte zwischen Edith Heidenreich und dem ranghohen SS-Mann Horst Wagner, den sie in der Haft während der Nürnberger Prozesse kennen lernte. Was in ihrem ersten Buch gelang, Geschichte im Spiegel einer individuellen Lebensgeschichte zu schildern, missglückt in diesem Werk, bedauert die Rezensentin. Ihr sind die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fantasie nicht deutlich genug gezogen und sie ist ständig im Zweifel, wann es sich in dem Buch um handfeste historische Fakten und wann um die Einfälle der Autorin handelt. Dass dann auch noch die Fußnoten im Text und im Anhang nicht übereinstimmen, lässt Benkner gänzlich an diesem Versuch, individuelle und politische Geschichte zu verknüpfen, zweifeln.
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