Gisela Stelly

Spiel mit mir

Roman
Cover: Spiel mit mir
Droemer Knaur Verlag, München 2004
ISBN 9783426196656
Gebunden, 276 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

In Berlin lernen Stella und Ben, ein junges erfolgreiches Paar, drei Schwestern kennen. Die beiden sind fasziniert und zugleich verwirrt von Christina, Trixa und Klara. Immer mehr dringen die drei in das Leben von Stella und Ben ein. Doch irgendetwas stimmt nicht mit den Schwestern. Die Schwestern könnten unterschiedlicher nicht sein: Christina ist die Pflichtbewusste, Trixa die wilde Punkerin und Klara die Verführerin. Nach und nach machen sie sich in Bens und Stellas Leben breit, kaufen in denselben Läden ein, arbeiten im selben Gebäude wie Ben, tauchen in ihrem Freundeskreis auf. Vor allem die attraktive Klara beschwört Konflikte herauf. Als Stella sie in dem gleichen roten Kleid sieht, das Ben ihr geschenkt hat, kommt es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Stella und Ben, und das Geheim-nis der drei jungen Frauen fliegt auf.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.05.2004

Der Rezensent Manfred Geier ist richtig beeindruckt von diesem Roman von Gisela Stelly. Thema der Liebesgeschichte, für die sich die Autorin gekonnt in verschiedenen Genres bedient, ist die allgegenwärtige Künstlichkeit unserer Lebenswelten, in denen "Täuschungen" zum "alltäglichen Normalzustand" geworden sind. Das Spannungsfeld von Künstlichkeit und Natürlichkeit ist nach Meinung des Rezensenten das große Thema dieses Romans. Zur Illustrierung dessen führt Geier Schiller und die Romantiker ins Feld. Anders als in deren Weltsicht ist unser Leben mittlerweile demontiert von künstlichen Inszenierungen, welche die Freiheit nicht mehr erweitern, sondern einengen. Um diese Problematik geht es in dem Roman. Daher ist auch ein melancholischer Unterton nicht weiter verwunderlich. "Das Spiel, das hier gespielt wird, droht nämlich alles in einen Strudel von Täuschungen zu ziehen, Welttatsachen und Lebensformen, Gefühle und Gedanken, Handlungen und Hoffnungen." Wie die Autorin diese etwas abstrakte Thematik in einen unterhaltsamen Roman umsetzt, davon ist der Rezensent beeindruckt: "Unentwirrbar ist das Spiel zwischen erzählerischem Realismus und ästhetischer Reflexion, das Gisela Stelly literarisiert hat, um hinter der Maske einer alltäglichen Liebesgeschichte die zivilisatorische Gewalt des Künstlichen wirken zu lassen."

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